FAQ – häufig gestellte Fragen

Angebote für Kindergärten und Schulen

Der Nationalpark Sächsische Schweiz bietet eine Vielzahl an Naturerfahrungsprogrammen für Kinder, Jugendliche und Familien an. Eine Übersicht finden Sie im Bereich Umweltbildung.

Ansprechpartner

Bürgerbeauftragte/r
Tel. 035022 / 900-615

Postadresse
Staatsbetrieb Sachsenforst
Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz
An der Elbe 4
01814 Bad Schandau
Tel. 035022 / 900-600, Fax 035022 / 900-666
poststelle.sbs-nationalparkverwaltung@smul.sachsen

Hier finden Sie die Kontaktdaten aller Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung.

Boofen/Freiübernachten

Im Nationalpark ist es verboten, zu zelten oder im Freien zu übernachten. Als Ausnahme und in Anerkennung der Tradition aus dem Sächsischen Klettersport ist es ausschließlich an 57 gekennzeichneten Freiübernachtungsstellen (Boofen) möglich, im Freien zu übernachten, wenn dies im Zusammenhang mit der Ausübung des Felskletterns geschieht. Alle offiziellen Boofen sind als solche gekennzeichnet. Sie liegen außerhalb der Kernzone. Übernachtungen an anderen als den offiziellen, zugelassenen Übernachtungsstellen sind nicht erlaubt  und werden geahndet. Als Alternative kann man im Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz im Freien übernachten, Zelten ist jedoch auch hier verboten.

                                                                                                                                                                                       

weitere Informationen zum Thema Boofen

Fahrrad

Im Nationalpark Sächsische Schweiz stehen 50 Kilometer markierte Radwege mit guten Aussichten zur Verfügung. Dieses Radwegenetz wurde geschaffen, um geschützter Natur einen Rückzugsraum zu erhalten und dennoch Radfans anspruchsvollen Fahrgenuss zu bieten. Grüne Wegweiser mit gelber Schrift „Radroute“ und Fahrrad-Logo weisen die Radwege im Gelände aus. Diese Routen schaffen Anbindung an den überregionalen Elberadweg, links und rechts der Elbe gelegene Radwanderwege und das böhmische Radwege-Netz (gelb beschildert und oft gut asphaltiert). Bitte beachten Sie, dass außerhalb der ausgewiesenen Radwege das Fahrradfahren im Nationalpark aus Naturschutzgründen nicht gestattet ist.

weitere Informationen sowie Karten zum Thema Radfahren

Feuer

Generell gilt: Kein Feuer im Nationalpark. Nur an den ausgewiesenen Feuerstellen sind bis Waldbrandgefahrenstufe 2 Feuer erlaubt.

Nach den vielen Waldbränden in den vergangenen Jahren, die von illegalen Lagerfeuern ausgingen, kommen wir den dringenden Bitten der Feuerwehren der Sächsischen Schweiz nach und akzeptieren nicht mehr das Betreiben von Campingkochern jeglicher Art oder das Anzünden von Kerzen.

Waldbrandgefahr

 


Fluggeräte

Regeln zu FluggerätenFür Flugzeuge, Hubschrauber, Ballone, Multicopter und Flugmodelle ist im Landschaftsschutzgebiet und im Nationalpark das Starten und Landen verboten, darüber hinaus ist über dem Nationalpark eine Mindestflughöhe von 600 m über Grund vorgeschrieben. Diese Regelung gilt auch für jene, die im Besitz einer Allgemeinen Aufstiegserlaubnis der zuständigen Luftfahrtbehörde sind oder ein Fluggerät unter 5 kg betreiben wollen. Grundlage dieser Regelung ist das Sächsische Naturschutzrecht, dies wird durch europäisches Luftverkehrsrecht nicht entkräftet. Bitte beachten Sie die Regeln und nehmen Rücksicht auf bedrohte Tierarten.

Führungen/geführte Wanderungen

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie eine Vielzahl an Führungen, Vorträgen und Exkursionen. Außerdem können Sie sich mit Ihren Wünschen auch an die „Zertifizierten Nationalparkführer“ wenden. Diese von der Nationalparkverwaltung autorisierten Führer bieten zu verschiedenen Themen Wanderungen an. Auch wenn Sie eine ganz individuell geplante Tour wünschen, sind Zertifizierte Nationalparkführer die richtigen Ansprechpartner.

Grenzübergänge

Aktuell stehen Wanderern und Radfahrern vier offizielle Grenzübergänge zur Verfügung:

 

Weißbachtal – Brtnícký potok Wanderübergang: nur für Wanderer, Bachüberschreitung ohne Brücke über Trittsteine
Hinterhermsdorf – Zadni Doubice (Khaatal) Neudorfstraße, 01855 Hinterhermsdorf Wanderübergang: nur für Wanderer und Radfahrer
Niedermühle –  Vlčí deska Wanderübergang: nur für Wanderer
Rabensteine – Zadni Jetřichovice (Hinterdittersbach) Kirnitzschtal – Alte Böhmerstrasse, 01855 Hinterhermsdorf Wanderübergang: nur für Wanderer und Radfahrer

Mit Inkrafttreten des Schengener Abkommens kann jeder die Staatsgrenze jederzeit und überall überschreiten. Davon unabhängig dürfen nach Naturschutzrecht in den beiden Nationalparks nur markierte Wanderwege genutzt werden, da diese Grenzübergänge in der Kernzone liegen.

Außerdem kann man auf folgenden Verkehrswegen die Grenze überqueren:

Schmilka – Hřensko (Herrnskretschen) B 172, 01814 Bad Schandau/Schmilka; Pkw, Fußgänger, Radfahrer und Reisebusse
Sebnitz – Dolni Poustevna (Nieder Einsiedel) Böhmische Straße, 01855 Sebnitz; Pkw, Fußgänger, Radfahrer
Schöna – Hřensko (Herrnskretschen) Elb-Fähre Am Bahnhof Schöna , 01814 Reinhardtsdorf-Schöna; Wanderübergang: nur für Wanderer und Radfahrer

Grundlagen zum Nationalpark

Nationalparke sind Schutzgebiete, in denen sich die Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten kann (Prozessschutz). Sie umfassen großflächige Gebiete – in der Sächsischen Schweiz 93 km2 – mit besonders wertvoller Naturausstattung, die durch den Menschen wenig beeinflusst und nicht mehr Ziel einer wirtschaftlichen Nutzung sind. Nationalparke dienen auch der wissenschaftlichen Beobachtung natürlicher und naturnaher Lebensgemeinschaften. Außerdem sollen Nationalparke, soweit es der Schutzzweck erlaubt, der Bevölkerung zu Bildungszwecken zugänglich gemacht werden. Unser Nationalpark besteht aus zwei geografisch getrennten Teilen. Der „hintere“, also östliche Teil schließt direkt an den Nationalpark Böhmische Schweiz an. Wo im Gelände die Nationalparkgrenzen verlaufen, markieren Informationstafeln die Wanderwegzugänge. Darauf zu sehen ist das Logo des Nationalparks Sächsische Schweiz, der Lilienstein. Die sogenannte Kernzone ist gesondert mit grünen Tafeln und entsprechender Aufschrift ausgewiesen. In dieser Zone herrscht ein besonders strenges Wegegebot für Besucher, um Tieren und Pflanzen ein sicheres, verlässliches Rückzugsgebiet zu bieten. Es existieren noch weitere Zonen mit verschiedenen Funktionen – lesen Sie hier mehr darüber.

Übrigens: Der Name „Sächsische Schweiz“ soll auf zwei Schweizer Maler, Adrian Zingg und Anton Graff, zurückgehen, die Ende des 18. Jahrhunderts hier wanderten, malten und sich an ihre Schweizer Bergheimat erinnert fühlten.

Hund/Unterwegs mit Hund

Im gesamten Gebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz gilt Leinenzwang für Hunde.  Manch vierbeiniger Begleiter wird schwach, wenn er die interessanten Düfte in der Natur wahrnimmt. Die dadurch entstehende Beunruhigung unserer Wildtiere macht es ihnen noch schwerer, ihren Nachwuchs aufzuziehen. Gerade die von Hunden gern durchstöberten Wald- und Feldränder, aber auch Uferstreifen sind Kinderstuben vieler Tierarten. Außerdem ersparen Sie Ihrem Hund die Gefahr, zwischen metertiefen Sandsteinklüften zu verschwinden. Übrigens: Bedenken Sie bei Ihrer Tourenplanung, dass einige Wege über Leitern, Gitterroste und ähnliches führen, die für Hunde teilweise schwierig oder gar nicht zu meistern sind. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz hat auf seiner Homepage zahlreiche nützliche Tipps rund um das Thema Wandern mit Hund zusammengefasst.

Papiertaschentücher

Papiertaschentuecher nicht fallenlassenWussten Sie schon, dass ein Papiertaschentuch bis zu 3 Jahre braucht, um zu verrotten? Je nach seiner Haltbarkeit und Zusatzstoffen ist das eine lange Zeit. Und im Nationalpark stellenweise kein schöner Anblick… Deshalb unsere Bitte – und sicherlich auch die anderer Wanderer – lassen Sie sie nicht fallen! Besser eingepackt in eine Plastiktüte und entsorgt in der heimischen Mülltonne: DANKE!


Öffnungszeiten

 

Nationalparkzentrum in Bad Schandau:

November bis März: täglich außer Montag von 9.00 – 17.00 Uhr April bis Oktober: täglich 9.00 – 18.00 Uhr (Januar geschlossen)

Nationalpark-Informationsstellen:

Schweizerhaus auf der Bastei und das Blockhaus am Brand: ganzjährig von 10.00 – 18.00 Uhr

Beizehaus,  Schmilka und Zeughaus: April und Oktober 10.00 – 16.00 Uhr Mai bis September 10.00 – 18.00 Uhr

Blockscheune in der Waldhusche und Eishaus: April bis Oktober 10.00 – 16.00 Uhr

Sprechzeiten der Nationalparkverwaltung: Montag bis Donnerstag 8.00 – 16.00 Uhr, Freitag 8.00 – 15.00 Uhr

Eine vorherige Terminabsprache wird empfohlen.

Unterkunft

Wir empfehlen unseren zertifizierten Nationalpark Partner für einen mehrtägigen Aufenthalt im Nationalpark Sächsische Schweiz. Aber auch der Tourismusverband Sächsische Schweiz hilft Ihnen gern bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft.
Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.
Bahnhofstr. 21
01796 Pirna
Telefonnummer: +49 (0) 3501 47 01 47
E-Mail Adresse: info@saechsische-schweiz.de
www.saechsische-schweiz.de 

Wanderwegekonzept

Der Nationalpark verfügt über 400 Kilometer markierte Wanderwege, 23 Kilometer Stiegen und Steige – alles in allem 5000 Höhenmeter. In der Kernzone dürfen alle gekennzeichneten Wanderwege, Bergpfade und Kletterzugänge genutzt werden, außerhalb der Kernzone alle erkennbaren Wege. Welche Wege dies in der Kernzone sind, hat die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit den sächsischen Wander- und Bergsportverbänden, dem Tourismusverband Sächsische Schweiz, den Anliegergemeinden des Nationalparks, den anerkannten Naturschutzverbänden und der Forstverwaltung erarbeitet und einstimmig beschlossen. Die Wege wurden im Sächsischen Amtsblatt veröffentlicht. Änderungen am Netz der gekennzeichneten Wanderwege, Bergpfade und Radrouten werden nur nach Abstimmung mit dieser Gruppe vorgenommen.
   

 

FAQ Waldbrand vom 25.07. bis 26.08.2022

Wo und wodurch wurde der Brand ausgelöst?

Der Waldbrand hatte seinen Ursprung in der Böhmischen Schweiz (Tschechien) in der Nähe des Prebischtor.
Die Brandursachenermittlung ist Aufgabe der Polizeibehörden.

Was sind häufige Auslöser von Waldbränden?

Insbesondere in Verbindung mit Trockenheit sind die Hauptauslöser für Waldbrände:

  • Fahrlässige Brandstiftung, z.B. durch Lagerfeuer, Zigaretten, Funkenflug oder große Hitze durch Maschinen und Fahrzeuge (2020: 75,2 % der Fälle in sächsischen Wäldern)
  • Vorsätzliche Brandstiftung (2020: 10,1 % der Fälle)
  • Blitzschlag (2020 in 1,8 % der Fälle)

Herumliegende Glasscherben hingegen sind entgegen weitverbreiteter Auffassung keine Brandauslöser (siehe: http://www.soil.tu-bs.de/download/downloads/pubs/2007.AFZ-18-990-TMueller-Verursacht-Glas-Waldbraende.pdf ).

Wie verlief das Brandgeschehen?

  • 24.07.: Waldbrand in der Böhmischen Schweiz (Tschechien)
  • 25.07.: Waldbrand überschreitet die Grenze zu Sachsen
  • 26.07.: Gemeinde Bad Schandau Katastrophenalarm aus und überträgt damit die Einsatzleitung an das Landratsamt Sächsische Schweiz – Osterzgebirge (LRA SOE). Dieses verfügt ein Allgemeines Waldbetretungsverbot für den gesamten Landkreis SOE, begründet durch hohe Waldbrandgefahrenstufen im gesamten LK und Bündelung der verfügbaren Einsatzkräfte im Waldbrandgebiet.
  • 29.07.: Nach Auffinden von Brandnestern in der Gemeinde Sebnitz löst auch sie Katastrophenalarm aus.
  • 07.08.: LRA verfügt Aufhebung des Allgemeinen Waldbetretungsverbotes, gleichzeitig Waldbetretungsverbot für das Einsatzgebiet
  • 09.08.: Aufhebung des Katastrophenalarms für Sebnitz
  • 11.08.: Verkleinerung des Einsatzgebietes auf das Gebiet zwischen Elbe, Kirnitzsch und Staatsgrenze
  • 19.08.: Aufhebung des Katastrophenalarms für Bad Schandau. Damit liegt die Einsatzleitung nicht mehr beim LRA und das vom LRA verfügte Waldbetretungsverbot wird unwirksam. Zur Brandnachsorge wird ein Waldbetretungsverbot für das – abermals reduzierte – Einsatzgebiet (östlich der Schrammsteine) verfügt.
  • 27.08.: Waldbetretungsverbot wird gänzlich aufgehoben

Wie viel Fläche hat im Nationalpark gebrannt?

Im Nationalpark Sächsische Schweiz hat es auf einem Umgriff von rund 150 ha gebrannt. Innerhalb der 150 ha waren laut der neuesten bodengebundenen Messungen der Nationalparkverwaltung 113 ha betroffen (1,13 km²).

Der Nationalpark hat eine Größe von rund 9 350 ha. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst rund 28 750 ha.

Im Nationalpark Böhmische Schweiz haben 1.060 ha gebrannt.

Welche Arten von Wald haben gebrannt?

Es waren alle Arten von Wald betroffen: Buchenwald (rund 2%), abgestorbener Fichtenwald (rund 40 %), Felsriffkiefernwälder mit Birken (rund 40 %), Lärchenwald (rund 10%) und auch Bereiche mit viel Naturverjüngung (Reitsteig). Im Nationalpark Böhmishce Schweiz brannte eine große Kahlschlagfläche.

Liegt im Nationalpark besonders viel totes Holz herum?

Das Ziel von Nationalparks ist der Schutz natürlicher Abläufe, ohne dass der Mensch eingreift. Naturwälder haben normalerweise einen Totholzanteil zwischen 10 und 20 % im Vergleich zu den lebenden Bäumen.

Leider sind 2018 – 2020 aufgrund der extremen Trockenheit, hoher Temperaturen und dem daraus resultierendem Borkenkäferbefall 2000 ha Fichtenwälder im Nationalpark in kurzer Zeit abgestorben. Dieser bedauerliche Verlust führte dazu, dass auf dieser Fläche ungewöhnliche Mengen an Totholz standen.

Auf diesen Flächen sind bereits an vielen Stellen junge Bäume aufgegangen, nicht nur Fichten. An anderer Stelle sind Anpflanzungen der Nationalparkverwaltung aus den ersten 30 Jahren der Waldpflege mit Buche und Weißtanne nun freigestellt und können sich mit mehr Licht besser entwickeln.

Hinweis: Auf den unmittelbar vom Brand betroffenen Flächen kann aktuell besonders viel liegendes Holz ausgemacht werden. Bei der Brandbekämpfung wurden zur Sicherheit der Einsatzkräfte verbrannte bzw. einsturzgefährdete Bäume vorsorglich gefällt.

Welche Rolle spielt Totholz im Wald?

Liegendes und stehendes Totholz schützt die jungen Bäume vor zu viel Sonneneinstrahlung und austrocknendem Wind. Wenn das Totholz zersetzt wird, stehen den jungen Bäumen Nährstoffe zur Verfügung.

Jede vierte Tierart des Waldes braucht zum Überleben das Holz abgestorbener Bäume. In Mitteleuropa leben im und am Totholz mehr als 2.500 Pilze, Algen und Flechten, über 1.700 Käferarten, viele Mücken-, Fliegen- und Wespenarten, mehr als 60 Vogelarten, 23 Fledermausarten und Vierbeiner wie Baummarder, Siebenschläfer und die Wildkatze.

Die Fragen, in wie weit Brandverläufe in dem Schutzgebiet durch Totholz beeinflusst wurden und ob es signifikante Unterschiede zu Bränden im bewirtschafteten Wald gibt, lässt das Umweltministerium durch die kürzlich eingesetzte Waldbrandexpertenkommission untersuchen. Zudem erstellt das Umweltministerium gemeinsam mit Brand- und Katastrophenschutzbehörden und in Abstimmung mit der Entwicklungskommission des Landkreises ein Waldbrandschutzkonzept speziell für die Sächsische Schweiz.

Welche Rolle spielen Glutnester tief unter der Erde?

Die auf dem trockenen Boden liegende Nadelstreu verwittert in der Sächsischen Schweiz vergleichsweise langsamer als bspw. Laubstreu. Grund sind der trockene Sandboden (Trockenheit verlangsamt die Verwitterung) und das saure Milieu im Boden, das ebenfalls zu einer geringeren Verwitterungsgeschwindigkeit beiträgt.

Dadurch sammelt sich hier eine dickere Humusschicht an. Bei einem Brand oder auch nur einem Lagefeuer glimmt diese Humusschicht in tieferen Schichten weiter, auch wenn es an der Oberfläche so aussehen mag, als sei die Glut gelöscht.

Unter anderem durch diese Glutnester wurden die Löscharbeiten in die Länge gezogen.

Gibt es Wege im Nationalpark, die die Feuerwehr befahren kann?

Im Nationalpark gibt es ein mit den Gemeinden vereinbartes Rettungswegenetz von 140 km. Diese Wege (und Brücken) sind mit 40 t befahrbar. Auf ihnen wird das Lichtraumprofil (Äste) immer wieder freigesägt, so dass die Fahrzeuge der Feuerwehren durchfahren können, ohne sich zu verhaken.

Auf den weiter ins Gebiet führenden einspurigen Wanderwegen ist es an vielen Stellen nicht möglich, mit größeren LKW zu fahren. Hier kamen während der Brandes Quads oder kleine Raupenfahrzeuge zum Einsatz.

Gab es vor dem Feuer unpassierbare Wege?

Vor dem Waldbrand waren von den insgesamt 400 km Wanderwegen (inkl. der 140 km Rettungswege) 380 km begehbar bzw. befahrbar (u.a. alle Rettungswege außer 900 m im Großen Zschand). 20 km galten am 20.07. als nicht passierbar. Dies waren vor allem einspurige Wanderwege.

Sind alle Sperrungen aufgehoben?

Alle Sperrungen, die während der Brandbekämpfung erforderlich waren, sind seit dem 27.08. aufgehoben. Wie schon vor dem Waldbrand sind aufgrund von hoher Baumsturzgefahr vereinzelt Wege (außerhalb der Brandflächen) unpassierbar, siehe Wegeservice: https://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/aktuelles/wegeservice-und-wegeinfo/ 

Kann man wieder zum Prebischtor gehen?

Ja. Aktuelle Informationen hält die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz auch auf deutscher Sprache bereit – siehe www.npcs.cz

Kehrt nach einem Waldbrand die gleiche Natur zurück (Kiefern) oder eine andere (Misch- und Laubwald)?

Nach den aktuellen Erfahrungen auf Waldbrandflächen der letzten Jahre wachsen als erstes vor allem Birken und Kiefern auf den Waldbrandflächen. Dies sind auf den Felsriffen die natürlicherweise vorkommenden Hauptbaumarten. Stellenweise wachsen auch Pappeln.

Sollen im Nationalpark junge Bäume angepflanzt werden?

Der Leitsatz der Nationalparke lautet „Natur Natur sein lassen“. Wir kennen die enorme Regenerationsfähigkeit von Wäldern auf Waldbrandflächen und können auf Beispielflächen im Nationalpark zeigen, dass dies auch in der Sächsischen Schweiz eindrucksvoll funktioniert.

Das Umweltministerium lässt aber auch die Frage des Anpflanzens von Bäumen durch die kürzlich eingesetzte Waldbrandexpertenkommission untersuchen. Zudem erstellt das Umweltministerium gemeinsam mit Brand- und Katastrophenschutzbehörden und in Abstimmung mit der Entwicklungskommission des Landkreises Sächsische Schweiz ein Waldbrandschutzkonzept speziell für die Sächsische Schweiz.

Die Nationalparkverwaltung ist offen für die Fragen rings um das Anpflanzen von Bäumen und wird die Ergebnisse der Kommissionen und Konzepte umsetzen.

Sind Zisternen und breite Schneisen im Nationalpark denkbar?

Ja: sieben Zisternen planten die Städte Bad Schandau, Sebnitz und Hohnstein bereits seit letztem Jahr verteilt über den gesamten Nationalpark. Das Umweltministerium fördert die Zisternen im Rahmen der Mehrwert-Initiative »Nachhaltig aus der Krise«. In Summe wurden für diese drei Projekte 522.000 Euro Zuwendung bewilligt.

Brandschutzschneisen müssen dauerhaft von Bewuchs freigehalten werden. Dies könnte aufgrund der Topographie und felsigen Untergrundes technisch problematisch sein. Die Maßnahme widerspricht zunächst auch den Schutzzielen im Nationalparks, kann aber dennoch geboten sein. Möglicherweise ergeben sich im Ergebnis der Expertenkommissionen vergleichbare Möglichkeiten, die Ausbreitung eines Waldbrandes auch in der Sächsischen Schweiz wirksamer zu begrenzen.

Wer wertet die Waldbrände aus?

Die Sächsische Regierung hat eine unabhängige Expertenkommission einberufen. Ziel der Kommission ist es, die Geschehnisse und Abläufe objektiv auszuwerten und daraus Maßnahmen zur besseren Prävention, Bekämpfung und Nachsorge von Waldbränden abzuleiten. Zur Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1053422

Das Umweltministerium erstellt gemeinsam mit Brand- und Katastrophenschutzbehörden und in Abstimmung mit der Entwicklungskommission des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Waldbrandschutzkonzept. Dabei wird die vorgenannte Auswertung berücksichtigt. Zur Pressemitteilung des Umweltministeriums: https://www.sbs.sachsen.de/download/mismekul_Nach_dem_Feuer___Schlussfolgerungen_fuer_den_Nationalpark_und_die_Region.pdf

Die Nationalparkverwaltung und der Staatsbetrieb Sachsenforst werteten Mitte Oktober 2022 den Waldbrand mit allen Wehrleitern der Sächsischen Schweiz aus und lassen die Ergebnisse in die oben genannten Kommissionen mit einfließen.

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