Klettern

„Die Eroberung des Unnützen“ hat Lionel Terray das Bergsteigen nach der Erstbegehung des Annapurna im Jahre 1950 genannt. Andererseits übt es auf viele Menschen eine ausgesprochene Faszination aus. Der besondere Reiz des Kletterns als eigenständige Form des Bergsteigens liegt neben der sportlichen Herausforderung und Selbsterfahrung vor allem im hohen Naturerlebniswert. Klettern bietet körperlichen Ausgleich, fördert Erfolgswillen und Fairness, vermittelt Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl, ist oft pure Freude an der Bewegung im Freien und intensiviert damit das Lebensgefühl. Und darüber hinaus birgt es auch die Chance, für den Schutz der Natur sensibilisiert zu werden.

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Felsen und Felslandschaften

… gehören zu den empfindlichen Lebensräumen, wo viele selten gewordene oder gar vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Das Klettern wurde im Laufe der Zeit zu einem Breitensport und die zunehmende Zahl an Kletterern, denen nur ein begrenztes Felspotenzial zur Verfügung steht, führt oft zu hoher Nutzungsintensität. So kann es zu nachhaltigen Beeinträchtigungen und Störungen von Tieren und Pflanzen kommen. Unkenntnis und mangelnde Sensibilisierung der Kletterer für naturschutzfachliche Gegebenheiten spielen dabei eine große Rolle. Zu den Beeinträchtigungen zählen Trittschäden an Pflanzen und Bodenerosion im Zugangsbereich, am Felsfuß und auf den Felsriffen sowie am Gestein selbst. Außerdem können im Fels und in Felsbereichen brütende Vogelarten stark gestört werden – manchmal reicht bei ungünstigen Bedingungen eine einzige Störung, so dass diese ihren Brutplatz und ihre Brut aufgeben.

„Ich verwerfe die Auswüchse des Kletterns. Dieses selbst ganz zu verbieten, ist jedoch ein falscher Grundsatz. Das Klettern ist ein derartig schöner und gesundheitlich so beachtenswerter Sport, dass man durch Verbieten desselben unserer Jugend gar nicht wieder gutzumachenden Schaden zufügen würde. Den Kletterern mehr Disziplin und etwas mehr Rücksichtnahme auf die übrige Menschheit – den Gegnern des Kletterns etwas mehr freundliche Nachsicht und Gerechtigkeit – und beiden mehr Zusammengehen und kein Befehden.“ Verfasser nicht bekannt, 1908 (Auszug aus „Heimatschutz und Klettersport“ in „Ueber Berg und Thal“, Band 8, Jahrgang 31, Nr. 3)