Der Sumpfporst (Ledum palustre L.)

Wandert man um die Pfingstzeit durch das Fels-Waldgebiet der Vorderen oder Hinteren Sächsischen Schweiz, so fällt dem aufmerksamen Beobachter an meist nordseitigen Simsen und Bändern des Sandsteins ein kleiner Strauch durch seine weiß leuchtenden Blütendolden auf. Bei genauerem Hinschauen erinnert uns diese Pflanze mit ihren lederartigen, immergrünen und unterseits braunfilzigen Blättern an ein Rhododendrongewächs.

Sumpfporst klein

Sumpfporst (Ledum palustre) / Foto: Archiv Nationalparkverwaltung

Der Sumpfporst mit dem wissenschaftlichen Namen Ledum palustre gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Das bis einen Meter hoch werdende Gehölz ist giftig und fossil in Europa seit dem Oligozän (seit 50 Millionen Jahren) nachgewiesen.

Der Sumpfporst gilt heute als eine nordisch-kontinentale (östliche) Art, die in Zentraleuropa vor allem an das polnisch-baltische Flachland gebunden ist und auch im sudetisch-herzynischen Gebiet nur wenig ins Bergland reicht. Er ist eine Charakterpflanze der Waldkiefern- und Heidemoore und kommt hier auf sauren, nassen bis mäßig trockenen Torfböden vor. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in der feuchtkalten Niederung der Oberlausitzer Kiefernheide. Aber auch im nordböhmischen Berg- und Hügelland kommt der Sumpfporst vor. Im Isergebirge besitzt der Sumpfporst Vorkommen an der Neuwiese und Wolfswiese (am oberen Randgehänge), die mit 1040 m ü NN wohl die höchstgelegenen in Mitteleuropa sind. Diese durch das Oberlausitzer Berg- und Hügelland getrennten Areale werden im Westen durch die zahlreichen Vorkommen in der Sächsischen Schweiz weiträumig miteinander verbunden, die zugleich die Südwestgrenze der Art in Sachsen bilden.

Sumpfporst

Porträt des Sumpfporsts (Ledum palustre) / Foto: Archiv Nationalparkverwaltung

Der Sumpfporst wächst in der Sächsischen Schweiz in einer Höhenlage von 130 – 450 m, seine größte Verbreitung hat er im Bereich von 200 – 350 m. Die Vorkommen liegen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, überwiegend im rechtselbischen Bereich. Die wenigen linkselbischen Standorte sind der Bahnhof in Schmilka, Schöna (am Marktweg) und Heideberg (Gohrisch).

Wie schon oben erwähnt, wächst der Sumpfporst bei uns vorwiegend auf nordseitigen Felssimsen und Bändern auf torfigen und nassen Rohhumusdecken. Im Bereich der Affensteine und Bärenfangwände ist er häufig mit der selteneren Krähenbeere (Empetrum nigrum) vergesellschaftet. Immer aber wächst er auf Sandstein und auch eine enge Bindung an die Kiefer ist nicht zu verkennen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Pflanze früher weiter verbreitet gewesen ist und die heutigen Standorte lediglich Rückzugsgebiete der Art darstellen. In der Sächsischen Schweiz sieht die derzeitige Situation nicht ganz so dramatisch aus, obwohl ein leichter Rückgang des Sumpfporstes festgestellt werden muss.    

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