Rezept des Monats

Uwe Zocher, Koch auf der Brand-Baude

Nudeln mit Flusskrebsen

Heute wird es exotisch! Heute wird es delikat! Denn während man früher in unserem Landstrich Flusskrebse in rauen Mengen verschlang, gilt es heute als Delikatesse, den kleinen Wasserbewohner seiner Freiheit zu berauben und in feinem Dillsud gesotten zu verschlingen. Aber Vorsicht! Vorher muss die Schale ab. Es sei denn er häutet sich und hat gerade keine. Häuten tut er sich acht Mal im ersten Lebensjahr, denn die Schale wächst nicht mit. Dann wird er Butterkrebs genannt – der kleine Schlingel.

Um 1860-1880 hatte die Krebspest faktisch alle Vorkommen und Bestände vernichtet und es war vorbei mit der Schlemmerei. Seitdem versucht man, den Flusskrebs wieder anzusiedeln. Im schönen Sachsenlande gibt es dazu sogar ein Projekt. Das Flusskrebsprojekt! Das lotet die Möglichkeiten zum Schutz der Krebse sowie Entwicklungsmaßnahmen als Voraussetzung für eine Nutzung in der Aquakultur aus. Und wenn genug ausgelotet ist, wird es vielleicht wieder was mit dem Schmaus.

Die Krebse, die ich verwende, sind schon aus Aquakultur. Gerade in der Spargelzeit ergänzen sie auf schmackhafte Weise den Speiseplan. Ich liebe Nudeln mit Spargelspitzen und Flusskrebs-Schwänzen. Und das Gute daran – die Zutaten dafür kommen fast alle aus der Region. Die Plattform Gutes-von-hier.org hilft beim Einkauf. Knackiger Spargel findet sich im Elbtal, Nudeln in der Nudelmanufaktur Pasta Lucia in Wehlen, schönen Käse gibt es auch, egal ob Ziege oder Kuh – nur die Krebse sind noch nicht aus der Region.

Für das Gericht schwitze ich Zwiebelwürfel farblos an, gebe etwas gehackten Knoblauch dazu und lösche mit Weißwein ab (Kurz: Durst und Zwiebeln).

Nun gebe ich die fertig gekochten Flusskrebs-Schwänze, die bissfest gegarten Spargelspitzen und etwas Sahne dazu und hebe die Nudeln direkt aus dem kochenden Nudelwasser unter das Gemisch. Gewürzt wird mit Muskat, Pfeffer und Salz. Zur Vollendung gebe ich noch gehackten Dill und geriebenen Käse dazu. Fertig!

Wer in der Region wandern geht, wird vielleicht schon mal an den Zeugen der früheren Krebszucht vorbei gewandert sein. Namen wie „Krebsteich“ oder „Krebsmühle“ kommen nicht von ungefähr. Und wer keine Krebse mag, kommt eben zum Linsensuppe essen auf den Brand.

Wir haben in der Saison von Montag bis Sonntag von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Bis dann!

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