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Durchwachsene Bilanz der Vogelbrut im Nationalpark

Erste Monitoring-Ergebnisse der Großvogelarten liegen vor

 

Ende Mai kann die Nationalparkverwaltung nur eine durchwachsene Bilanz zu den Bruterfolgen der felsbrütenden Großvogelarten Schwarzstorch, Uhu und Wanderfalke ziehen. Deutlich positiver fällt die Zwischenbilanz beim Schwarzspecht aus. Ulrich Augst, Artenschutz-Experte der Nationalparkverwaltung, gibt einen aktuellen Überblick.

 

Hoffnung auf zahlreiche Uhu-Jungen

 

Bei der größten Eulenart, dem Uhu, konnten in diesem Jahr in der gesamten Nationalparkregion erfreulicherweise zwölf besetzte Reviere festgestellt werden (zwei im Landschaftsschutzgebiet, vier im hinteren und sechs im vorderen Teil des Nationalparks). „Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren“, freut sich Augst. In acht dieser Reviere wurden die Weibchen aus sicherer Entfernung bei der Brut beobachtet. „Leider haben drei Uhu-Paare die Brut aufgegeben“, bedauert Augst. In den anderen Nestern sitzen aber insgesamt mindestens acht Jungvögel. „Wenn diese alle ausfliegen, gab es eine solche Menge junger Uhus letztmalig 1984“, so Augst.

 

Für einen anderen gefiederten Waldbewohner sind die Monitoring-Ergebnisse hingegen bislang nicht so eindeutig: „Schwarzstörche sind aufgrund ihrer Scheu auch für Artenschützer die am schwierigsten zu beobachtenden Brutvögel im Nationalpark, ohne die Brut zu stören“, erläutert Augst. So konnten zwar in einem der Nester sicher drei junge Schwarzstörche erkannt werden, im zweiten Nest ist zurzeit noch nicht klar, ob die Elterntiere dort noch brüten oder schon kleine Jungvögel unter den Flügeln haben.

 

Tiefstand bei den Jungvögeln des Wanderfalkens

 

Im warmen Frühjahr 2020 hatten erstmals wieder etwas mehr Wanderfalken die Sächsische Schweiz zur Brut ausgewählt. „Dieser positive Trend setzte sich leider in diesem Jahr nicht fort“, so Augst. Der aktuelle Bestand der pfeilschnellen Jäger hat sich wieder um ein Paar auf nun 13 verringert. Die Wanderfalken der Sächsischen Schweiz bevorzugen die freistehenden Felswände zur Brut. „Diese sind auf der linken Elbseite seltener“, erklärt Augst. Von den acht Horstplätzen im linkselbischen Landschaftsschutzgebiet sind gegenwärtig noch zwei beflogen. Drei der elf Plätze im Nationalpark liegen im vorderen, acht im hinteren Teil.

 

Zwölf der 13 Wanderfalken-Paare hatten sicher eine Brut begonnen. Acht Bruten − also deutlich mehr als die Hälfte − haben die Vögel mit dem weitesten Verbreitungsgebiet auf der Welt aber leider bereits aufgegeben. Nur an einem der zwei Plätze auf der linken Elbseite sitzen zwei fast flügge Jungvögel im Nest. „Was an den verbleibenden Nestern noch passieren kann, bleibt ungewiss“, beschreibt Augst die aktuelle Situation. „Unser Wanderfalken-Bestand hat leider erneut einen Tiefstand bei den Jungvogelzahlen zu verzeichnen – die Ursachen bleiben zunächst unbekannt.“

 

Schwarzspecht profitiert von Borkenkäfern

 

Ein Gewinner des aktuellen Wandels der Natur im Nationalpark ist der Schwarzspecht, zählen doch auch Borkenkäfer zu seinem Nahrungsspektrum. „Und von denen haben wir derzeit im Nationalpark genug“, lacht Augst. Bei der Kontrolle der über 600 bekannten Schwarzspecht-Höhlenbäume in den beiden Nationalpark-Teilen wurden so auch 62 vom Schwarzspecht bewohnt vorgefunden. „Das sind abermals fünf mehr als im Vorjahr und fast doppelt so viele wie zu Beginn der Kontrollen vor vier Jahren“, so Augst. Bei den Kontrollen wurden darüber hinaus auch 13 Bruten des Rauhfußkauzes vorgefunden.

 

Schutz erfordert Ruhezeiten und Schutzzonen

 

Die Vogelbrut und die Aufzuchtzeit der Wildtiere ist im Nationalpark noch bis 15. August gesetzlich geschützt. Um die Entwicklung der Brutvogelzahlen nicht weiter zu gefährden, können keine Pflege-Maßnahmen im Nationalpark innerhalb dieser sensiblen Phase durchgeführt werden. Das betrifft auch flächige Eingriffe rechts und links von Wegen, die durch abgestorbene Bäume unpassierbar geworden sind.

 

Zum Schutz der Bruten weist die Nationalparkverwaltung Horstschutzzonen aus. Nur selten sind Wanderwege davon betroffen, häufiger aber Zugangswege zu Kletterfelsen und einzelne Kletterrouten. Die erfahrenen Spezialisten der Nationalparkverwaltung legen die Schutzzonen so klein wie möglich aus, um den Klettersport möglichst wenig einzuschränken. Manche der Horstplätze im Landschaftsschutzgebiet werden sogar ehrenamtlich von Kletterern bewacht. Umso wichtiger ist es, dass die dort angebrachten Schilder an Ort und Stelle verbleiben und nicht verdreht werden. „Das Überleben dieser Tierarten in der Sächsischen Schweiz steht auf dem Spiel“, unterstreicht Augst abschließend.

 

Foto: René Hersemann (Nationalparkwacht)

 

Mit seinem überragenden Hör- und Sehsinn hat das brütende Uhu-Weibchen die Vogelspezialisten der Nationalparkverwaltung sofort entdeckt, als sie auf der anderen Talseite auftauchten. Ein geübter Blick und schneller Rückzug sind das A & O professionellen Artenschutzes. Das Foto ist mit großer Vergrößerung durch ein Spektiv aus großer Entfernung entstanden.

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