Transboundary Parks

Sächsisch-Böhmische Schweiz: Gemeinsam auf dem Weg zum InterNationalpark

Tranboundary Parks_logoDen Schutzgebietsverwaltungen in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz wurde im Oktober 2012 das Zertifikat der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Transboundary Parks in Belgien auf der Jahrestagung der Europarc Föderation [1] verliehen.

Das Zertifikat bestätigt ein hohes Niveau der Zusammenarbeit der Verwaltungen der Nationalparke Sächsische und Böhmische Schweiz sowie des Landschaftsschutzgebiets Labské pískovce bei der Pflege um die einzigartige Natur. Grundlegend für die Verleihung des Zertifikats ist auch die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern in der Region, vor allem den Gemeinden, den Vereinen und Nationalparkpartnern.

„Das Zertifikat wird in der Regel zwei grenzüberschreitenden Partnern verliehen. Für die Sächsisch-Böhmische Schweiz ist das Zertifikat einzigartig, indem es drei Schutzgebietsverwaltungen verliehen wurde, von denen sich zwei auf tschechischem Gebiet befinden. Es bestätigt zugleich, dass eine enge Zusammenarbeit für wirksamen Naturschutz unentbehrlich ist,“ sagte Michael Hošek, Präsident der tschechischen Sektion der EUROPARC Föderation. „Die Evaluatoren aus Lettland und aus den Niederlanden besuchten neben ausgewählten Lokalitäten in der Natur auch die Besucherzentren in Bad Schandau und Krásná Lípa sowie das Informationszentrum in Srbská Kamenice. Besonders hervorgehoben wurde von ihnen die einheitliche grafische Gestaltung der Informationsmaterialien in der Region, die Zusammenarbeit bei der Wiedereinbringung der Lachse oder beim Schutz der Wanderfalken und Schwarzstörche,“ ergänzte Petr Kříž, Leiter der LSG-Verwaltung Labské pískovce.

Ein wesentlicher Bestandteil der Evaluierung war auch die Formulierung einer gemeinsamen Vision des Naturschutzes für die gesamte Sächsisch-Böhmische Schweiz. Die Vision soll auch zur abgestimmten Pflege und Entwicklung der Schutzgebiete beitragen, so dass die Unterschiede in Herangehensweisen beider Länder verringert werden. In fünfjährigem Abstand sollen erneute Evaluierungen stattfinden, bei denen man sehen wird, inwieweit es den Verwaltungen gelungen ist, die Vision umzusetzen.

„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Schutzgebiete der Sächsisch-Böhmischen Schweiz blickt auf eine lange Tradition zurück, die unter anderem in der Entstehung zweier benachbarter Nationalparke an der sächsisch-böhmischen Grenze mündete,“ sagte Pavel Benda, Direktor der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz, und ergänzte dazu: “Die Verleihung des Zertifikats ist jedoch keinesfalls der Endpunkt dieser Zusammenarbeit. Das Zertifikat ist vielmehr ein Instrument, welches uns zu einer noch besser koordinierten Pflege der Schutzgebiete auf beiden Seiten der politischen Grenzen motiviert.”

Die Zusammenarbeit der Schutzgebietsverwaltungen findet unter anderem in vier grenzübergreifenden Arbeitsgruppen statt, die dem Informationsaustausch und der Koordinierung gemeinsamer Tätigkeiten in den Gebieten des praktischen Naturschutzes, der Forschung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Waldpflege dienen.

„Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der gemeinsamen Aktivitäten zur Entwicklung der uns anvertrauten Schutzgebiete sind unsere engagiert handelnden und freundschaftlich verbundenen Mitarbeiter“ fasste Dr. Dietrich Butter, Leiter der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz zusammen.

Hintergrundinformation:

[1] Die EUROPARC Föderation ist ein gesamteuropäischer Verband von Organisationen, der im Jahr 1973 gegründet wurde. Er vereint über 400 Mitglieder aus mehr als 35 europäischen Ländern. Zu den Mitgliedern gehören vor allem Verwaltungen von Schutzgebieten unterschiedlicher Kategorien, weiter einige Behörden (z. B. Umweltministerien), Vereine, aber auch Universitäten. Gemeinsam pflegen diese Organisationen mehr als 400 europäische Schutzgebiete. Zu den Aufgaben der Föderation gehören die Erstellung von Verbindungen zwischen Naturschutzinstitutionen, die diverse Typen europäischer Landschaften verwalten, die Unterstützung ihrer Tätigkeit, die Koordinierung ihrer Vorgehensweisen und die Sicherstellung von Informationsaustausch. Der Sitz der Föderation befindet sich in Regensburg, eine Zweigstelle wurde in Brüssel eröffnet.

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