Naturbildung & Naturinterpretation

Von der Natur lernen

Wissen wir schon alles? Hat die Ökologie – die Lehre von den Beziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt – als Wissenschaftszweig schon alles erforscht? Was bedeuten Nahrungsketten oder Lebensnetze? Wenn wir ehrlich sind, gibt uns unsere unmittelbare Umgebung, unsere Natur und Umwelt, immer wieder neue Rätsel auf, die es zu entdecken und zu lösen gilt.

 

Felssturz am Wartturm

Felssturz am Wartturm / Foto: Archiv Nationalparkverwaltung

Ab und zu zeigt uns die Natur auch ihre Kraft und Unberechenbarkeit, wie beim Felssturz am Wartturm (Bild links) oder bei den Elbehochwassern 2002 und 2013.

Das Motto der Nationalparke „Natur Natur sein lassen“ fordert heraus. Nicht der Standpunkt des Menschen bestimmt das Ziel (oft mit menschlichen und ökologischen Werten belegt), sondern die dynamische Natur, die immer neue Varianten und Überraschungen erzeugt, um den Fortbestand der Lebensgemeinschaften zu sichern. Diese Natur, diese Prozesse, Pflanzen und Tiere haben einen „Eigenwert“, unabhängig von ihrem Nutzen oder Schaden für den Menschen.

Es geht darum, die Rolle und Verantwortung des Menschen als Bestandteil natürlicher Kreisläufe zu begreifen und die Erkenntnis zu vermitteln, dass Natur auch ohne den Menschen in reizvoller, spannender und schöner Weise „wild“ existieren kann (Wildnisbildung).

Dieser Natur müssen auch und gerade in einer hoch entwickelten menschlichen Gesellschaft Eigenrechte und Freiräume zugestanden werden. Es gilt sie zu schützen.

Nicht, dass dabei der Mensch aus dem Nationalparkgebiet verbannt werden  soll – im Gegenteil, er ist als Gast eingeladen, genau  hinzuschauen, seine Sinne zu schulen, zu schärfen, sich zu regenerieren und eben in und von der Natur zu lernen (Naturinterpretation). Denn wer kennt das nicht: Die sprichwörtliche „Decke fällt einem auf den Kopf“, man muss raus, meist in die Natur, um wieder klare Gedanken zu fassen oder sich inspirieren zu lassen.

Naturbildung & Naturinterpretation

Naturbildung und Naturinterpretation / Foto: Archiv Nationalparkverwaltung, S. Klingner

Darin liegt auch die Chance einer gezielten Bildungsarbeit. Über Erleben, Erkennen und Verstehen soll die Bereitschaft für einaufgeklärtes, naturkonformes Verhalten bei Besuchern des Nationalparks erreicht werden. Ziel ist es daher, Verständnis für  die Grundidee des Naturschutzes in Nationalparken zu wecken: die Natur um ihrer selbst willen zu schützen. Besonders für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene gibt es vielfältige Angebote. Denn angesprochen ist jeder und jeder kann einen, eben seinen Beitrag dazu leisten. Diese Chance haben schon viele erkannt, so dass sich inzwischen, neben den Angeboten der Nationalparkverwaltung, ein breites Angebots-spektrum in der Bildungsarbeit entwickelt hat. Für jedes Interesse hält dies etwas bereit. Da laden Firmen zu Paddeltouren auf der Elbe ein und auf Stiegentouren kribbelt es so manchem Besucher im Bauch. Finden Sie einfach selbst heraus, was es alles zu entdecken gibt! Sie werden reicher heimkehren als Sie ahnen.

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