Milder Winter erschwert Waldpflege im Nationalpark


Forwarder im Einsatz bei
der Waldpflege im
Nationalpark-Wegeschäden
durch Holzrückung Anfang
Januar am Elbleitenweg bei
Schmilka
fielen aufgrund der
nassen Witterung zum Teil
erheblich aus.
Nach
Abschluss der Arbeiten
werden die Wege wieder
instand gesetzt.
Nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“ werden seit 2008 auf 57 % der Waldfläche des Nationalparkes überhaupt keine forstlichen Maßnahmen mehr durchgeführt. Die internationale Anforderung an Nationalparke, auf mindestens 75 % der Fläche keine Maßnahmen mehr durchzuführen, kann auf der Grundlage des Nationalparkprogramms voraussichtlich in rund zwei Jahrzehnten erreicht werden.
Neben der Pflanzung von gebietsheimischen Weißtannen versteht man unter Pflegemaßnahmen hauptsächlich Durchforstungen. Dabei handelt es sich nicht um wirtschaftsbedingte Holznutzungen, denn die sind im Nationalpark verboten. Durchforstungen im Nationalpark haben eine naturschutzfachliche Zielstellung: Naturferne Wälder sollen überwiegend eine Zeit lang so gepflegt werden, dass ihre Baumartenzusammensetzung und ihre Struktur naturnäher werden, um sie dann sich selbst zu überlassen. So werden beispielsweise Fichtenforste aufgelockert, damit sich Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften wie Birke, Kiefer, Eiche und Buche entwickeln können. Um dieses naturschutzfachliche Ziel zu erreichen, müssen Durchforstungseingriffe zum Teil stärker sein als im normalen Wirtschaftswald. Roteichen, Lärchen und Weymouthskiefern werden als naturfremde Baumarten schrittweise entfernt. Das dabei anfallende Holz wird in der Regel verwertet.
Jährlich werden rund 4 % der Nationalparkfläche (cirka 350 ha) in dieser Weise bearbeitet.
Pflegemaßnahmen beschränken sich auf die Naturzone B mit dem Ziel, den größeren Anteil der gepflegten Wälder in absehbarer Zeit sich selbst zu überlassen und auf dauerhaft notwendige Aktivitäten in der Pflegezone beispielsweise in der Nähe von Ortschaften.
Bei den durchzuführenden Durchforstungen achtet die Nationalparkverwaltung in besonderer Weise darauf, so schonend wie irgend möglich zu arbeiten. Im Nationalpark wird Holz nur im Winter eingeschlagen, im Unterschied z. B. zum Forstbezirk Neustadt, der die Staatswälder in der Sächsischen Schweiz auf der linken Elbseite bewirtschaftet.
Obwohl es sich um eine körperlich schwere und gefährliche Tätigkeit handelt, wird im Nationalpark noch rund 50 % des Holzes in Handarbeit durch Waldarbeiter mit der Motorsäge gefällt und in verkaufsfähige Holzsortimente zerschnitten. Solche Arbeiten finden im Januar und Februar an der alten Zeughausstrasse am Hinteren Raubschloss, am nördlichen Rand des Liliensteins und in der Nähe von Waitzdorf an der Ochel statt.
Der andere Teil des Holzes wird durch geeignete Holzerntemaschienen (Harvester) gefällt und aufbereitet. Diese Maschinen haben nicht nur eine hohe Arbeitsproduktivität, sie sind bei richtigem Einsatz und qualifizierter Bedienung durchaus in der Lage, behutsam zu arbeiten. Solche Arbeiten finden im Januar und Februar am Elbleitenweg/ Rauschenstein, im Bereich Zwieselhütte südlich der Winterbergstraße, am Saupsdorfer Weg/ Teichstein und auf dem Steinberg statt.


Wegeschäden durch
Holzrückung Anfang
Januar am Elbleitenweg bei
Schmilka
fielen aufgrund der
nassen Witterung zum Teil
erheblich aus. Nach
Abschluss
der Arbeiten werden die Wege
wieder instand gesetzt.
Der Transport des Holzes vom Einschlagsort zur Forststraße, von wo es mit dem LKW abtransportiert werden kann, erfolgt auf Arbeitsgassen und vorhandenen Wegen, die manchmal auch Wanderwege sind. Der Mindestabstand der Arbeitsgassen beträgt im Nationalpark 40 Meter. Um den Boden zu schonen, werden die Arbeitsgassen mit einer möglichst dicken Reisigmatte abgepolstert. Für den Bodenschutz ist es entscheidend, dass die Maschinen die Arbeitsgassen und Wege nicht verlassen. Bei feuchter Witterung und Regen ist es dennoch unvermeidlich, dass z. T. erhebliche Wegeschäden durch Holzrückung auftreten. Die Nationalparkverwaltung lässt sie nach Abschluss der Arbeiten spätestens bis Ostern wieder beseitigen.
Auf kurzen Strecken kann schwaches Holz auch pfleglich mit Pferden gerückt werden. So lässt die Nationalparkverwaltung in dieser Saison rund 3500 m³ Holz mit Pferden vorliefern. Ähnlich schonend kann das Rücken des Holzes bis zur Arbeitsgasse mit Seilwinden an Traktoren erfolgen. Der weitere Transport des Holzes mit Forstspezialschleppern ist ohne Alternative. Bei sehr nasser Witterung wird der Holztransport in der Regel unterbrochen, wenn günstigere Bedingungen wie z.B. Frost zu erwarten sind.
So hat im Revier Schmilka der zuständige Nationalparkrevierleiter vor den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel die Holzrückung am Elbleitenweg eingestellt, um den Wegezustand für Waldbesucher in dieser Zeit nicht zu beeinträchtigen.