Stadt Děčín mit Schlossansicht
Děčín liegt an der Elbe und besitzt den wichtigsten Eisenbahn-Grenzübergang zwischen Deutschland und Tschechien an der Strecke Berlin - Dresden - Prag und hat sich zu einer 140 km² großen Industrie- und Verwaltungsstadt im Norden Böhmens entwickelt.
Die Dresden - Bodenbacher Eisenbahn wurde am 6. April 1851 (letzter Streckenabschnitt von Krippen nach Bodenbach) eröffnet und ist heute Teil einer der wichtigsten europäischen Eisenbahn-Magistrale.
Mit dem Ausbau der Bahn entwickelte sich auch zunehmend der Fremdenverkehr. Das enge, bezaubernde Elbtal zwischen Deutschland und Tschechien bietet zudem eine Vielzahl an Wanderzielen.
Anreisemöglichkeiten:
Das Zentrum der ersten Besiedlungen lag unterhalb des jetzigen
Schlosses, an dessen Stelle ursprünglich eine ehemalige Burg der Przemysliden (Böhmisches Adelsgeschlecht) stand. Die Lage der Ansiedlung am sogenannten "Lausitzer Weg" gewann zunehmend an Bedeutung durch den Handel auf der Elbe nach Sachsen und in die Lausitz (Salzhandel, Holzflösserei). Wann Děčín Stadtrecht erlangte ist urkundlich nicht nachgewiesen. Seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand jedoch schon ein Wappen und aus der Zeit der Wartenberger existieren bereits Urkunden über die Stadtgerechtsame und das Zunftwesen (1384).
Allerdings litt der Ort oft unter Überschwemmungen. An der steilen Westwand des Schlossfelsens wurde seit dem Mittelalter der Wasserstand bei Hochwässern verzeichnet. An dem Felsen sind regelmäßig die Pegelstände der größten Hochwässer seit dem 17. Jh. verzeichnet worden. Die älteste überlieferte Jahreszahl 1570 ist heute nicht mehr lesbar. Der Tetschner Pegel ist ein wertvolles
hydrometrisches Denkmal und hat in Mitteleuropa keinen Vergleich.
Unterhalb der sogenannten "Kettenbrücke" befindet sich am linken Ufer der Elbe ein etwa 6 m² großer Basaltstein im Fluss, der nur bei Niedrigwasser sichtbar wird. Er wird als
Hungerstein bezeichnet, weil sein Erscheinen mit der Einstellung der Schifffahrt auf dem Fluss zusammenhing und sowohl die Schiffer als auch die Bauern wegen der folgenden Trockenheit früher große Not litten. Seit 1417 werden auf dem Stein die Niedrigstwasserstände gekennzeichnet, die Angaben seit 1616 sind noch deutlich erkennbar. Der Stein trägt die Beschriftung "Wenn Du mich siehst, dann weine".