MALERWEG - 1. Abschnitt: Liebethaler GrundDer Liebethaler Grund als Beginn des Malererweges ist das „Eingangstor" zur Sächsischen Schweiz (wenn man die klassische Route benutzt). Anfangs war er nicht durchgängig begehbar. Der Weg an der Engstelle bei der Rabenteufe wurde 1841 gebaut. Deshalb mußte man bis dahin, nachdem man die Steinbrüche besichtigt hatte, hinauf nach Liebethal steigen und konnte erst bei der Lochmühle wieder hinunter in den Grund. Von dort ging man abwärts bis zur Rabenteufe, der wildesten Stelle im Grund. Durch das große Hochwasser 1804 ist der Liebethaler Grund stark verändert worden.
Im Liebethaler Grund
Foto: Frank Richter
Charakteristik
Enges, tief eingeschnittenes Tal mit einem schnell fließenden Wildbach, wo er noch nicht gezähmt ist. An den Geländestufen im Bereich der Lochmühle gibt es noch heute kleine Wasserfälle, die vor dem Bau des Wanderweges allerdings viel stärker ausgeprägt waren. Beeindruckend ist das wilde Rauschen der Wesenitz. Das gibt es in der gesamten Sächsischen Schweiz nicht wieder.Der jahrhundertelange Steinbruchbetrieb hat den unteren Teil des Liebethaler Grundes völlig verändert. Einst standen dort die Felswände so nah beeinander, dass sie durch eine Brücke verbunden waren.
Markante Punkte
(1) Aufgelassene Steinbrüche, die oft stark überbaut sind.
(2) Durch ein Wehr ist der untere Teil des Baches angestaut und nahezu ein Standgewässer
(3) Die Rabenteufe. Die wildeste Stelle im Liebethaler Grund
(4) Richard Wagner Denkmal
(5) Lochmühle (heute leer stehend und dem Verfall preisgegeben)
(6) Stufen hinauf nach Daube
(7) Daubemühle
Künstler im Liebthaler Grund
Maler:
Caspar David Friedrich (Steinbruchreste mit Kirche von Liebethal),
Christian A. Günther(Lochmühle)
Karl Blechen (Rabenteufe, Wesenitz mit Felsen),
Johan C. Dahl (Wesenitz),
L. Richter (Wasserfall),
C. A. Richter (Wasserfall, Steinbruch),
Christian G. Hammer (Lochmühle)
eine Reihe unbekannter Künstler (Lochmühle)
Schriftsteller:
Carl Nicolai (1801),
Hans Christian Andersen (1831),
Wilhelm L. Götzinger (1804, 1812)
Elisa von der Recke (1790)
Zitat und Bildbeispiel
Der Autor der "Malerischen Darstellungen aus Sachsen" (1802) über den Liebethaler Grund:

Im Liebethaler Grund
J. C. A. Richter,
Sammlung Hasse im NLP Sächsische Schweiz
„... ich fand... eine Steinschlucht, von oft senkrecht in die Höhe starrendem Sandfels, hier mit weißgrauem steinrindenartigem Moos überzogen, dort, hiervon entblößt, in rötlich gelben Chamois schimmernd,... in mächtigen Lagern stratisicirt, oder in collosalischen Klößen, locker übereinander getürmt, von beiden Seiten eingeschlossen. ... Die Felsen rückten immer näher zusammen, der Fußsteig verschwand unter den Füßen, struppig verwachsenes Gesträuch zwang mich, die schlüpfrigen Kiesel des Flusses zu suchen. Endlich kam ich dahin, wo in den Fluten gegründete mehrere hundert Fuß hoch hohe Wände, über das Wasser herüberhängende Felsklumpen, mit hohler Stimme „Zurück kühner Sterblicher" mir zuriefen und mir den Krebsgang befohlen....