MALERWEG - 18. Abschnitt: Hřensko/Herrnskretschen
Keiner hat den zauberhaften böhmischen Charakter des kleinen Grenzortes treffender beschrieben, als Hans Christian Andersen. Hier sind wir sowohl in einer anderen Welt nach all den reizvollen Naturbegegnungen, die der Malerweg bot, als auch am Ende unserer Tour. Meist benutzte man früher ein Boot, um zurück nach Dresden, oder wenigstens Pirna zu kommen.

Hřensko / Herrnskretschen
Foto: Frank Richter
Charakteristik
Der reizvolle Grenzort besticht durch seine ganz eigene Architektur und die imponierende Felskulisse. Die Häuser sind hier teilweise so dicht an und unter die Felsen gebaut, dass man geneigt ist, bedenklich die hohen Felswände zu mustern.
Die Elbe bestimmt hier wesentlich den Charakter des Ortes. Vor allem der Blick vom jenseitigen Ufer wurde malerisch erfasst.
Der Wanderer des Malerweges ist heute allerdings irritiert durch die Menge der fliegenden Händler, die das Ortsbild Hřenskos bestimmen.
Von hier aus wurden auch der Dürrkammnitzgrund und die Aussichtskanzel am Belvedere besucht.
Markante Punkte
(1) Mündung des Kammnitzbaches in die Elbe
(2) Gegenüberliegende Elbseite
(3) Belvedere (elbaufwärts oberhalb Hřenskos/Herrnskretschens)
(4) Dürrkammnitzgrund (elbaufwärts oberhalb Hřenskos/Herrns-
kretschens)
Künstler von Herrnskretschen und Umgebung
Maler:
Adrian Zingg (Herrnskretschen)
Adrian L. Richter (Herrnskrtschen, Belvedere, Mühle im Dürkammnitzgrund)
Christian F. Gille (Herrnskretschen)
Sandmann (Herrnskretschen
eine Reihe weiterer, teils unbekannter Künstler
Schriftsteller:
Wilhelm L. Götzinger (1804, 1812)
Hans Christian Andersen (1831)
Zitat und Bildbeispiel
J. C. A. Richter: Hirniskretschen
Sammlung Hasse im NLP Sächsische Schweiz
Carl v. Voß (1822):
"(Wir) stiegen die steile und enge Kluft, in der wir uns befanden, vollends hinab und erreichten den Bielergrund, der sich bey den ersten Häusern des langgedehnten böhmischen Dorfes Hirnitzschkretschen mit dem Kamnitzgrund vereinigt. Von hier bis zur Elbe hat man beständig die größtentheils auf steinerne Terrassen erbauten und an steile Felswände sich anlehnenden Häuser von Hirnitzschkretschen zur Rechten, und den hellen Kamnitzbach, welcher eine Schneidemühle und eine Mahlmühle treibt, zur Linken. Diese Schneidemühlen sowie die umliegende Waldung und das Prebischthor selbst gehören dem reichen Fürsten Clary. Die letzten Häuser des erwähnten Ortes und die einzigen, welche am Elbufer liegen, sind das stattliche und massiv erbaute Mauth- oder Zollhaus und das Wirthshaus, über deren Dächer senkrechte Felsenspitzen aufragen. "