Malerweg (17) Prebischtor

MALERWEG - 17. Abschnitt: Prebischtor (Pravčická brána) und Kleiner Prebischkegel

Als größtem Felsentor Europas gebührt dem Prebischtor unter den Naturphänomenen des Elbsandsteingebirges ein hervorragender Platz. Trotz des anstrengenden Aufstieges, denn heute ist es nicht mehr über den alten Fremdenweg vom Winterberg zugänglich, findet hier Massentourismus statt. Demensprechend muß der Naturfreund schon eine beachtliche Konzentration aufbringen, um dieses Naturwunder auf sich wirken zu lassen.

Das Prebischtor
Foto: Frank Richter



Charakteristik

Die "Architektur" spricht für sich. Keine Stelle im gesamten Elbsandstein ist von solch ausgewogener Ästhetik, will man es vom Malerischen her sehen. Im Wechselspiel mit den Fernsichten, gegen Osten dominiert der formschöne Rosenberg, gegen Westen stehen die Zschirnsteine und der Zirkelstein, wird die Wikung des Tores noch erhöht. Hier stimmt einfach alles.

Nicht zu vergessen ist der Kleine Prebischkegel, der unmittelbar unter der Aussicht des Krezusteines steht. Dieser schlanke Felsturm hat ebenfalls viele Künstler angezogen.

Markante Punkte

(1) Kreuzstein: Aussicht 1 aufs Prebischtor

(2) Kreuzstein: Aussicht 2 auf Prebischkegel

(3) Vorplatz zum Prebischtor

(4) Riff östlich vom Prebischtor (nicht mehr zugänglich)

(5) Kanapee (nicht mehr zugänglich): Aussicht auf Beckstein und Rosenberg

Künstler des Prebitschtorgebietes

Maler:

Adrian Zingg (Prebischtor, Prebischkegel)

C. A. Richter (Prebischtor, Prebischkegel)

Capar David Friedrich (Kanapee, Rosenberg )

Adrian L. Richter (Prebischtor, Prebischkegel)

Chr. Hammer (Prebischtor)

Johan C. Dahl (Prebischtor)

Christian Sprinck (Prebischtor)

Täubert (Prebischtor)

eine ganze Reihe weiterer, teils unbekannter Künstler

 

Schriftsteller:

Wilhelm L. Götzinger (1804, 1812)

 

Hans Christian Andersen (1831)

Zitat und Bildbeispiel

anonym: Prebischtor von Osten
Sammlung Hasse im NLP Sächsische Schweiz
Hier hat der Künstler gemogelt, denn der Kleine
Prebischkegel ist nie durchs Tor zu sehen.

Carl v. Voß (1822):
"Wenn man sich um die Ecke der Hütte und ihrer schmalen Terrasse windet, steht man vor dem Prebischthore, dessen Öffnung 56 Fuß hoch und einige 90 Fuß weit in die Felswand gesprengt ist. Es bildet einen höchst majestätischen Rahmen um das wilde Landschaftsgemälde, das man durch den Bogen erblickt. Von allen Bergen, die sich aus den ausgedehnten Waldungen ringsum erheben, zieht besonders der hohe Rosenberg, dessen man in der Umgegend von Dresden fast überall ansichtig wird, die Blicke auf sich. Er ist so hoch wie der Winterberg, allein: bis zu seinem Gipfel mit hohen Tannen bestanden, bietet er keine lohnende Aussicht. Die geringe Breite der Felswand, in welcher das Prebischthor sich befindet, und die Abgründe, die es von beiden Seiten umgeben, verlei-hen der Stelle, von der wir es betrachteten, zwar einen ganz eigentümlichen Zauber, erlauben aber nicht, so weit zurückzutreten, daß man das Felsthor und die dahinter liegende Landschaft zugleich zeichnen könnte, weshalb die Abbildungen, die davon existiren, durchaus unwahr sind. Während meine Reisegefährten sich vor dem Häuschen des Wirthes erfrischten, suchte ich mir unter einem überhängenden Felsen und nachher unter dem Thore selbst, zwey gute Standorte, um diese gewaltige Naturscene zu skizziren..."


Karl Immermann (1831):

"Nach einem wunderbaren Marsche durch die wilde Gegend erreichten wir spät abends das Tor. Hier lebte ein Böhme, halb im Felsen. Wir krochen in seine Höhle, tranken Meinecker, aßen Ziegenkäse, und schliefen auf weichem Moose. Wie ward uns am folgenden Morgen, als wir hart am Abgrund erwachten, und das, was uns bei Sternen schimmer als schwarze Schattenmasse bedroht hatte, sich im Frühlicht als das sonderbarste Bogen-, Bastion- und Brückenwerk enthüllte, welches die Natur in ihrer Laune je gebildet hat."

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Date: 2007-06-04 09:19