MALERWEG - 15. Abschnitt: Kuhstall
Die Felsenhalle des Kuhstalls ist einer der Höhepunkte der gesamten Sächsischen Schweiz. Dieses Naturphänomen hat viele Künstler nachhaltig inspiriert. War das doch ein Motiv der sich entwickelnden Landschaftsmalerei, das idealistisch vorgeprägt war. Dies in der realen Natur zu finden mußte die Maler faszinieren.

Kuhstall mit Berggasthaus
Foto: Frank Richter
Charakteristik
Die riesige Schichtfugenhöhle ist von ungeheurer Wucht. Die Wirkung wird dadurch gesteigert, dass die Höhle einen bequemen Vorplatz hat, aber dann, haben wir den Bogen durchschritten, unvermittelt an einem Steilabfall stehen.
Im Umfeld der eigentlichen Höhle gibt es eine Reihe von kleineren Höhlen, Grotten und Gängen, die alle leicht zugänglich sind. Bemerkenswert ist auch der Aufstieg durch die sehr enge Schlucht der Himmelsleiter aufs Plateau des Felsens. Hier treffen wir auf Spuren einer mittelalterlichen Felsenburg.
Markante Punkte
(1) Kuhstallhöhle
(2) Vorplatz zur Kuhstallhöhle
(3) Himmelsleiter
(4) Krumme Karoline
(5) Aussichtsplattform
Künstler des Kuhstalls
Maler:
Adrian Zingg (Kuhstallhöhle)
C. A. Richter (Kuhstallhöhle)
Capar David Friedrich (Kuhstallhöhle)
Adrian L. Richter (Kuhstallhöhle)
Chr. Hammer (Kuhstallhöhle)
E. Lütke (Kuhstallhöhle)
eine Reihe unbekannter Künstler
Schriftsteller:
Carl Nicolai (1801)
Wilhelm L. Götzinger (1804, 1812)
Hans Christian Andersen (1831)
Carl Immermann (1831)
Zitat und Bildbeispiel

E. Lütke: Kuhstallhöhle
Sammlung Hasse im NLP Sächsische Schweiz
Karl Immermann (1831):
„Der Kuhstall,eine große, dicke, unterhöhlte Felswand, nach allen Seiten hin wie Brotschnitte zerspalten.“
Carl v. Voß (1822):
"Ehe ich diese Halle betrat, ergötzte ich mich, vor dem Eingange verweilend, an ihrem Anblick, der einem Gemälde glich. In dem weiten, ganz trockenen und durch verschiedene Steinlagen mannigfaltig gefärbten Gewölbe hauste die Familie eines Einwohners von Lichtenhain, der sich hier für den Sommer zur Bewirthung der Reisenden angesiedelt hat. Zwey Harfenspieler empfingen uns mit einem feyerlichen Marsch. Außer unserer Gesellschaft hielten sich noch andere Reisende darin auf, aber alle diese Personen, wohl zwanzig an der Zahl, verloren sich fast ganz in dem ausgedehnten Räume. An den Wänden waren lange Tische und Bänke aufgestellt, und das Hausgeräth des Wirthes lag bunt durcheinander. Derselbe war mit seiner Familie um den Herd an der rechten Seitenwand beschäftigt, auf welchem ein helles Feuer flackerte, während der Rauch in schwarzen Wolken durch den natürlichen Schornstein abzog. Über diese Scene im Vordergrund hinweg sah man durch die dahinterliegende Öffnung in die waldige und felsige Ferne, die, von den Strahlen der Sonne beleuchtet, wunderbar gegen den dunklen Rahmen des sie umfassenden Felsenthors abstach und nur wenig durch einige Fichten verdeckt wurde, die am Geländer über dem tiefen Abgrund schwankten. "