MALERWEG - 7. Abschnitt: Rathener Gebiet
Wer meint, mit der Bastei habe sich das Rathener Gebiet erschöpft, der irrt. Um so mehr sind die heutigen Basteibesucher zu bedauern, die nur auf einen Abstecher zur Bastei eilen...
Wandern wir hinab nach Rathen in den Amselgrund, so steigen vor unseren Augen imponierende Felsriesen auf. Haben sie auch manchmal alberne Namen, wie z. B. Kleine Gans, so sind sie doch von erhabener Schönheit und vollendeter Form, dass wir unsere Freude daran haben können, wenn wir nur empfänglich für dieser Art Schönheit sind.
Rathener Felspanorama
Foto: Frank Richter
Charakteristik
Heller Fels und hochaufragende Türme sind typisch für das Rathener Gebiet. Von unserem Weg im Grund ist heute, wo die Hänge wieder dicht bewaldet sind, manchmal recht wenig zu sehen. Von der Wiese oberhalb vom Haus des Gastes liegt das gesamte Panorama vor uns. Ein Abstecher zum Talwächter, Motiv für Caspar David Friedrich und Ludwig Richter, läßt uns an diesem besonderen Fels mit seiner markanten Höhle den Aufbau der Rathener Felsen erkennen.
Markante Punkte
(1) Talwächter (Feldstein)
(2) Kleine Gans
(3) Rabenkessel
(4) Wehlgrund mit Wehltürmen über der Felsenbühne
(5) Aussicht am ehemaligen Pavillon (oben)
Künstler des Rathener Gebietes
Maler:
Capar David Friedrich (Talwächter, Aquarell, Kleine Gans, Aquarell)
Carl Gustav Carus (Kleine Gans, Öl)
Adrian L. Richter (Vogeltelle, Basteiwände, Kuferstich)
Captn. Batty (Wehlgrund)
Jentzsch (Kleine Gans, Rabenkessel, Radierung)
eine Reihe unbekannter Künstler (Varianten nach A. L. Richter)
Adrian Zingg Rabenkessel ?)
Schriftsteller:
Carl Nicolai (1801)
Wilhelm L. Götzinger (1804, 1812)
Hans Christian Andersen (1831)
Karl Gjellerup (um 1905)
Zitat und Bildbeispiel

anonym (nach Jentzsch): Die Rathener Felsen
Sammlung Hasse im NLP Sächsische Schweiz
Carl v. Voß (1822):
"...wir... traten unsere Fuß reise durch das Grünbachthal und den Amselgrund nach dem sogenannten Amselloche an. Obgleich wir unstreitig auf der Bastey das Schönste, was die Sächsische Schweiz aufzuweisen hat, schon gesehen hatten, so entzückten uns doch die Schönheiten dieses Weges dergestalt, daß wir nicht imstande waren, einen Vergleich anzustellen. Was uns der Uttewalder Grund im Kleinen gezeigt hatte, das sahen wir hier in einem viel größeren Maßstabe, und es machte daher einen umso viel größeren Eindruck auf uns. Die Felswände erreichen hier die Höhe von 700 bis 800 Fuß und darüber, rechts ragt der Feldstein mit seinem Felsenthron, hinter ihm der Honigstein, links die Große und die Kleine Gans aus der mit Birken und anderem Laubholze vermischten Nadelwaldung empor, unter deren Schatten wir, erquickt vom balsamischen Geruch der Tannen, ohne alle Beschwerde thalaufwärts wanderten und mit jedem Schritte eine neue wunderbare Ansicht genossen, je nachdem diese oder jene Bergzinne vor- oder zurücktrat."