Der Name Sächsische Schweiz
Meist ist zu lesen, dass der Name auf die beiden Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff zurückzuführen ist. Das ist durch nichts zu belegen. Es spricht aber vieles dafür, dass der Name im Umfeld unserer beiden Maler entstand, denn sie bildeten schließlich den ersten Anlaufpunkt für Künstler, die aus der Schweiz nach Dresden kamen wie Konrad Geßner, Johann Heinrich Troll oder Joh. Pestalozzi. Die ersten Namensnennungen sind nachfolgend aufgelistet.
1783: Johann Christian Hasche schreibt über den Plauenschen Grund bei Dresden von einer „Sächsischen Schweiz im Kleinen, eine außerordentlich schöne Gegend für das Auge…“
1790: Elisa von der Recke schreibt in ihrem Tagebuch vom Preußischen Gesandten Graf von Geßler „Er hat um Dresden Felsengegenden aufgefunden, die bis jetzt noch unberührt waren und denen er den Namen der sächsischen Schweiz gegeben hat.“
Prof. Sophus Ruge weist in seinem Aufsatz „Beiträge zur Literaturgeschichte“ (1902) feinsinnig nach, dass gerade die entscheidende Stelle in E. v. d. Reckes Tagebuch „denen er den Namen Sächsische Schweiz gegeben hat“, nämlich das er korrigiert ist und es auch man heißen könnte, was sich im Original nicht mehr erkennen lässt. Damit kann Kessler nicht eindeutig als Namensgeber für die Sächsische Schweiz festgemacht werden.
1795: Engelhard/Veith hätten ihren „Malerischen Wanderungen“ lieber den Titel gegeben „Reise durch die Sächsische Schweiz“, wenn nicht der Verleger dagegen gewesen wäre.
1801: Nicolai, Carl Heinrich: „Wegweiser durch die Sächsische Schweiz“
Nicolai schreibt „Mancher Schweizer, der in dieses Ländchen kam, … äußerte, dass er sich in sein Vaterland versetzt zu sein glaube. Was war natürlich, dass man anfing, von einer in Sachsen gefundenen kleinen Schweiz zu sprechen.“
1802: Friedrich Renner nennt in seinen „Malerischen Darstellungen aus Sachsen“ die Gegend eine Pseudo-Schweiz.
1804: Götzinger nennt sein berühmtes Buch „Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz“ und ist sich bei der Benennung seines Gebietes noch unsicher.
Fazit:
Eine eindeutige Zuschreibung für einen Namensgeber ist nicht möglich. Alle späteren Versuche, den Namen Sächsische Schweiz wieder zu tilgen, sind gescheitert. Heute steht der mehr touristisch geprägte Name Sächsische Schweiz gleichberechtigt neben dem geografischen Namen Elbsandsteingebirge, der ebenfalls dem eigentlichen Charakter der Landschaft nicht gerecht wird.