Die Anfänge der Fotografie - die Verfahren
1839 verkündet die Akademie der Wissenschaften in Paris die Erfindung der Fotografie durch Joseph N. Niépce und Luis J. Daguerre. Bei dem Verfahren der DAGUERROTYPIE wird eine versilberte Kupferplatte in Joddämpfen empfindlich gemacht, in der Kamera belichtet und in Quecksilberdämpfen entwickelt. Die Fixierung erfolgt durch Fixiernatron oder Cyankaliumlösung. Es entsteht seitenverkehrtes nicht vervielfältigbares Unikat. Dieses Verfahren war kompliziert und sehr gesundheitsschädlich. Die französische Regierung kaufte Daguerre sämtliche Rechte für den Preis einer lebenslangen Rente ab und stellte das Verfahren der ganzen Welt zur Verfügung.
Der Engländer W. H. Fox TALBOT erfindet 1839 mit der KOLOTYPIE eine neues Verfahren, indem er Papiernegative (in Jodsilber präpariertes Papier) herstellt. Die Papiernegative werden in flüssigem Wachs gebadet, um sie transparent zu machen. Damit lassen sie sich zu vielen positiven Bildern umkopieren. Bei diesem Verfahren lassen sich die Belichtungszeiten deutlich reduzieren. Durch hohe Lizenzgebühren setzt sich das Verfahren nur zögernd durch.
F. S. ARCHER findet 1851 das nasse COLODIUMVERFAHREN. Es hat eine höhere Lichtempfindlichekeit. Wenn auch die Prozedur der Herstellung der zu belichtenden Glasplatten vor Ort aufwendig ist (Kasten für die Glasscheiben, Dunkelzelt, Chemikalien, Wasser), ist dieses Verfahren sehr erfolgreich und löst die Daguerrotypie und Kolotypie ab.