Caspar-David-Friedrich-Weg in Krippen

Caspar David Friedrich hat sich im Jahr 1813 für einige Monate in das Fischerdorf Krippen in der Sächsischen Schweiz zurückgezogen. Im Grunde war es eine Flucht aus Dresden. Die Situation zur Befreiung von der napoleonischen Fremdherrschaft hatte sich dermaßen zugespitzt, daß sie der patriotische Künstler in Dresden nicht mehr ertrug. In einem Brief an den Leipziger Kunsthistoriker Dr. Ludwig Puttrich verrät uns Friedrich seinen Fluchtort:

„Krippen, Schandau gegenüber an der Elbe

den 3lt März 1813


„Ich sage Ihnen den freundlichsten Dank für Ihren Brief und die Besorgung des Geldes, und ersuche Sie den Doctor Hillig vielmals zu grüßen und zu danken.


So gern ich Ihnen auch die verlangten Bilder schickte, bin ich es jetzt doch nicht im stande, denn 4 habe ich schon vor einiger Zeit verschickt und die anderen Bilder sind hie und da zerstreut bei meinen Bekanten deren Besorgniß das nicht für rathsam fand sie in meiner Wohnung zu lassen. Auch ist der Weg nach Leipzig wohl noch nicht sicher, so bald es aber angeht werde ich Ihnen die verlangten Sachen zustellen.


Ich habe schon seit länger als 14 Tagen Drd. verlassen und lebe hier in einer sehr angenehmen Gegend. Der hiesige Aufenthalt könnte für mich sehr nützlich sein, wenn nicht die Ereignisse der Zeit mein Gemüth so ganz verstimt hätten und mich unfähig machten etwas zu beginnen. Seit Ihrem letzten Besuch in Dresden habe ich nichts weiter gethan als die beiden Seestücke vollendet.


Daß unser Kühn unten an der Elbe in meiner Nähe sich ein Haus gekauft, wissen Sie wohl schon? Gott erhalte Sie gesund und gebe, daß wir uns bald alle eines erwünschten Friedens erfreuen können.


Ihr Friedrich“


Das Haus, in dem der Maler wohnte, läßt sich heute nicht mehr finden. Friedrich leidet an den „Ereignissen der Zeit“ und kann wochenlang nicht arbeiten. Endlich, am 1. Juni 1813 zeichnet er eine Baumgruppe in sein Skizzenbuch und schreibt auf das Blatt „nach langer Zeit das erste gezeichnet“. In der Folge ensteht eine Reihe von Zeichnungen, 22 davon sind erhalten. Mehrfach ist er auf dem Mittelhangweg unterwegs und zkizziert Felsmotive des jenseitigen Elbufers. Friedrich muß ein Fernglas zu Hilfe genommen haben, denn die Genauigkeit der Details, Bäume wie Felsstrukturen, sind verblüffend, wenn man bedenkt, daß die Motive immerhin eine Entfernung von bis zu drei Kilometern haben.

Ein Felsmotiv aus dieser Zeit erfuhr besondere Würdigung: Der große Felsblock, der noch heute am Aufstieg zur Kaiserkrone unmittelbar hinter den Häusern von Schöna liegt, findet Verwendung im berühmten Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“, das Friedrich 1818 malt. Der Wanderer steht auf genau diesem Block. Bermerkenswert ist, wie der Maler mit den Größenverhältnissen umgeht.


Wiedergeburt:

Auf dem Caspar-David-Friedrich-Weg

2002 richtete die Stadt Bad Schandau den kulturhistorischen Rundweg nach Anregungen des Ortschaftsrates Krippen ein. Inhalt und Gestaltung: Frank Richter, Dresden, Unterstützung bei der Umsetzung: Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz


Der Weg gliedert sich in 10 Stationen mit Informationstafeln.

Wegverlauf:

Ausgangs- und Endpunkt: Krippen (Fähre) - Elbradweg bis Eisenbahnunterführung - Aufstieg zum Hangweg - diesen zum Hirschgrund - nach Schöna - Weg zur Kaiserkrone bis zu Tafel 7 (Aufstieg zur Kaiserkrone empfehlenswert) - zurück durch Schöna hinüber nach Reinhardtsdorf - hinauf zum Wolfsberg - hinunter nach Reinhardtsdorf - Püschelweg durch den Wald und hinab nach Krippen.

Gesamtlänge: ca. 12 km

Gesamtdauer: ca. 4 Stunden, nicht schwierig

Informationstafeln:


1 Grundinformation zum Maler

2 Elbtal - Liliensteinblick

3 Elbtal - Steinbruchmotiv

4 Hangweg - Teufelsturmblick

5 Hangweg - Elbtalturmblick

6 Hirschgrund-Felsmotive

7 Aufstieg Kaiserkrone, Felsblock

8 Wolfsberg - Aussicht nach Böhmen

9 Püschelweg - Baumstudien

10 Püschelweg - Mondbetrachtung

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Date: 2009-10-15 12:30