Felsenschlucht

Die Felsenschlucht

Die Felsenschlucht, Öl
Caspar David Friedrich
Standort des Malers:
Die Skizzen für dieses Gemälde
sind nicht bekannt. Obwohl
Friedrich nie in der Natur malte,
entsprechen Bildaus-schnitt und
Felsen dem Blick von der Stelle,
wo am Zugang zur Basteibrücke
der Weg zur Ferdinandaussicht
abzweigt.

1823 malt Friedrich das Ölbild „Die Felsenschlucht“. Dargestellt ist die Felsengruppe des Neurathener Felsentores (heute: Kleine Steinschleuder).

Die in den Himmel ragenden Felsenfinger symbolisieren das Erhabene. Deshalb sind auch die Proportionen verändert: Die Felsen, die sich an die Kleine Steinschleuder anlehnen, sind schräg gestellt und um der aufstrebenden Wirkung willen hat Friedrich rechts noch einen Felsen hinzugefügt.

Das Störende aber, nämlich den Zugang zum Felsentor, der damals schon in einer bescheidenen Brücke existierte, ließ der Maler einfach weg.

Die besondere Spannung erhält das Bild durch die tiefe Felsenschlucht, aus der Wurzeln schlangengleich herauszüngeln. Der umgebrochene Baum halbiert das Bild, auch lichtmäßig.

Auffallend ist der Baumstumpf in der Mitte des dunklen Vordergrundes, ein abgesägter Stumpf. Er ist das einzige Zeichen menschlicher Spuren im Bild, ein Zeichen der Naturzerstörung (Signalfarbe!).

 

Im Bild begegnen sich das Unergründliche (die Schlucht) mit dem Erhabenen (dem Fels), - verbunden durch das Geheimnisvolle (dem aufsteigenden

Nebel).

Mit der Felsenschlucht haben wir das Bild einer romantischen Landschaft. Mit diesem Bild findet das Elbsandsteingebirge seinen Platz im Kanon der

Weltkunst.

 

 

Später stellt Friedrich noch einmal das Felsenthor dar. Es ist ein Aquarell, das vom gleichen Standort aus gezeichnet wurde. Aber hier fehlt die bedrohliche Schlucht und interessanterweise ist die bescheidene Holzbrücke, die den Ort für den Menschen zugänglich macht, dargestellt.

Das Bild zeigt die Wirklichkeit, wie sie ist, es ist sachlich genau. Es ist kein Sinnbild.

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Date: 2007-06-01 12:02