Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (1774 Greifswald - 1840Dresden)

Nach einer vierjährigen Ausbildung an der Akademie in Kopenhagen geht Friedrich 1798 nach Dresden. Er schreibt sich zwar in der Kunstakademie ein, nimmt aber nicht am Akademiebetrieb teil. Er studiert die Landschaften der Dresdner Gemäldegalerie und zeichnet in der Natur.

Caspar David Friedrich

Bevorzugte Landschaften sind

  • die heimatliche Ostseelandschaft,
  • der Harz,
  • das Riesengebirge,
  • Böhmen und
  • neben der Umgegend Dresdens
  • die Sächsische Schweiz.

Bei Friedrich gilt es zu unterscheiden zwischen seinen sehr genauen Zeichnungen vor der Natur und den frei gestalteten Gemälden. die allesamt in seinem Atelier entstanden sind.

Friedrichs Gemälde sind Sinnbilder:


„ ... Nicht die treue Darstellung von Luft, Wasser, Felsen und Bäumen ist die Aufgabe des Bildners, sondern seine Seele, seine Empfindung soll sich darin widerspiegeln. Den Geist der Natur erkennen und mit ganzem Herzen und Gemüt durchdringen und aufnehmen und wiedergeben, ist die Aufgabe des Kunstwerks. ... Ein Bild soll nicht erfunden, sondern empfunden sein.“

(Friedrich)

Louise Seidler, Goethes Malerin über Friedrich, den sie persönlich gut kannte:

„Er liebte es, seinen Kunstschöpfungen einen höheren Gedanken unterzulegen; erst das Verständnis dieser Tendenz machte seine Bilder dem Beschauer werth.“

Prof. Joachim Neidhardt zu Caspar David Friedrich:

"Erfunden waren Friedrichs Landschaften auch. In diesem Punkte berührt sich seine Methode mit der komponierten Ideallandschaft des 17. und 18. Jahrhunderts. Was seine Kunst aber prinzipiell von jener unterscheidet, ist die neue Intensität des Naturerlebnisses, die sich als anschauliches Erfassen der Wirklichkeit äußert, zum andern der existenzielle Ernst, die transzendente Dimension seiner Bildideen, nicht zuletzt aber die ganz und gar subjektive Verbindung von Idee und Realität zu einer neuen Bildgestalt. Immer wieder fällt in seinen Bildern — besonders in der Periode zwischen 1806 und 1816 — der Kontrast zwischen einem dunklen, nahe gesehenen Vordergrund und einem als unbetretbar gedachten Fernraum auf: Die ferne Stadt, die fernen Berge, der ferne Weltenraum..."

Friedrich erfährt, sicher von Zingg, dem Leiter der Landschaftsklasse an der Akademie, von der Sächsischen Schweiz, in die er sich umgehend aufmacht. Er besorgt sich den Landschaftspaß, die amtliche Genehmigung zum Zeichnen. Bekannt sind erste Elbsandsteinstudien von 1799.

In der Folge ist er mehrfach in der Sächsischen Schweiz anzutreffen. Einmal verbrachte er mehrere Tage im Uttewalder Grund. Später sagt Friedrich zum russischen Dichter Shukowski, der ihn zu einer Reise in die Schweiz einladen wollte:

„Ich muß allein bleiben und wissen, daß ich allein bin, um die Natur vollständig zu schauen und zu fühlen; ich muß mich dem hingeben, was mich umgibt, mich vereinigen mit meinen Wolken und Felsen, um das zu sein, was ich bin. Die Einsamkeit brauche ich für das Gespräch mit der Natur.

Einmal wohnte ich allein eine ganze Woche im Uttewalder Grund zwischen Felsen und Tannen.In dieser Zeit traf ich keinen einzigen Menschen. Ich muß sagen, das war schon fast zu viel für mich. Unwillkürlich tritt Düsternis in die Seele.“

Heute kennen wir von Caspar David Friedrich

  • ca. 70 Bleistift- oder Sepiazeichnungen und Aquarelle
  • 6 Gemälde,

die in der Sächsischen Schweiz entstanden sind bzw. in unmittelbarer Beziehung zur Elbsandsteinlandschaft stehen. (Übersicht) Dabei wissen wir nicht, was verschollen und vernichtet ist oder auch noch in Privatsammlungen liegt.

Zu den herausragenden Landschaftsgemälden des Elbsandsteingebirges gehört Friedrichs Felsenschlucht.

Bemerkenswert ist ein mehrmonatiger Aufenthalt Caspar David Friedrichs im Jahr 1813 in Krippen in der Sächsischen Schweiz. Ein mit Informationstafeln ausgestatteter Rundweg erinnert an den Besuch des Malers und zeigt Motive, die Friedrich in dieser Zeit gezeichnet hat. Der Caspar-David-Friedrich-Weg ist ein interessantes Angebot für die Besucher der Sächsischen Schweiz.

News
Getting into Nature
Online Services
Additional information to the article
Datum: 2007-06-01 08:42