Carl Gustav Carus

Carl Gustav Carus (1789-1869)

Carl Gustav Carus

schrieb in den Neun Briefen über die Landschaftsmalerei, dass

„eben erst durch die Kunst der Sinn für die Natur wahrhaft aufgeschlossen wird“.

Carus war Arzt, Naturforscher, Philosoph und Maler. Vielseitig begabt und als universaler Geist gehörte er zu den herausragenden Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Er stand mit den geistigen Größen seiner Zeit in Kontakt, z. B. Goethe und Humboldt. Seit 1814 lebte er in Dresden.

Carus war in erster Linie Wissenschaftler, nicht Romantiker

Trotzdem kam es zu „Grenzüberschreitungen“. Das lag wohl an der Persönlichkeit des Malerfreundes Caspar David Friedrich, mit dem er auch mehrfach in der Sächsischen Schweiz unterwegs war..

Ihm kam es bei seinen Bildern weniger auf das Transzendente, als viel mehr auf einen „freieren Naturalismus“ an, wenn er sich auch in den ersten Jahren an Friedrich anlehnte.

In vielen der zahlreichen Ölstudien und Zeichnungen spiegelt sich das besondere Interesse des Forschers an den Gestaltungen der Natur. Er fordert vom Landschaftsmaler die Beachtung des Zusammenhangs zwischen Gebirgsformen und „der inneren Struktur ihrer Massen“.

Dabei ist die typische Vegetation genauso zu beachten wie deren Standort. Wichtig sind auch

„die eigentümlichen Gesetze der atmosphärischen Erscheinungen, die verschiedenartige Natur der Wolken, ihrer Bildung und Auflösung, wie ihrer Bewegung ... das Auge soll die Formen der Naturdinge nicht als ein Willkürliches, Unbestimmtes, Gesetzloses und deshalb Sinnloses, sondern als ein durch göttliches Erleben Bestimmtes, ewig Gesetzmäßiges und höchst Sinnvolles auffassen lernen“.


Carus findet den Begriff vom Erdlebenbild, das dahin zielte, die Gestalt der Landschaft genau zu erfassen ohne sie aber ihrer Poesie zu berauben. Ein schönes Beispiel seiner Naturauffassung findet sich unter "Mondscheinbilder - Die Bastei bei Rathen."

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Datum: 2007-06-01 09:13