Adrian Ludwig Richter (1803 - 1884)
"Ich saß in des Vaters Arbeitszimmer und radierte für ihn an einer Kupferplatte ...
als der Buchhändler Arnold mit dem Vater eintrat ...
Ich bemerkte, wie der alte Arnold mich beobachtete ...
Endlich fragte er, ob er (der Vater) wohl ein größeres Werk übernehmen könnte ...
Es sollen malerische Ansichten von Dresden und Umgebung, nach der Natur aufgenommen werden ...
Er sehe, daß ich Geschick habe ...
Vielleicht könne ich daran mitarbeiten."
70 malerische Ansichten (PDF unten auf
dieser Seite zum Herunterladen)
So schrieb Ludwig Richter in seinen berühmten Lebenserinnerungen: wie er als 13jähriger den Auftrag be-kommen hatte, seinem Vater bei den 70 "Mahlerischen An- und Aussichten der Umgegend von Dresden in einem Kreise von sechs bis acht Meilen" zu unterstützen. Ein hochbegabtes Kind geht mit dem Vater C. A. Richter in die Sächsische Schweiz und zeichnet Landschafts-partien und radiert sie dann in die Kupferplatten.
Der Erfolg dieses Büchleins, das 1820 erschien, war überragend.

30 Mahlerische Ansichten (PDF siehe unten
auf dieser Seite zum Herunterladen)
Daraufhin erhielt Ludwig Richter, diesmal allein, einen zweiten Auftrag, nämlich "30 An- und Aussichten für den Besuch der Sächsischen Schweiz" anzufertigen.
Auch diese Aufgabe erledigt er mit Bravour, aber längst nicht mehr mit der Begeisterung, wie den ersten. Hatte er doch Angst, als "elender Prospekteschmied" künstlerisch zu verkümmern. Seine fünf größerformatigen Blätter zum Basteigebiet sind das Letzte, was er zur Sächsischen Schweiz machte, abgesehen von einigen Gelegenheitssachen, die er aus seinem Fundus bearbeitete.
Nach einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Rom und einer Zwischenstation in Meißen ließ sich Ludwig Richter als Landschafter in Dresden nieder. Weil sich der gewünschte Erfolg nicht einstellte, gab Richter schließlich die Ölmalerei auf und wendete sich dem Holzschnitt zu. Als Illustrator von Märchen, biblischen Geschichten u.a. gewann er ein dankbares Publikum und wurde außerordentlich populär.
Einen Höhepunkt seiner Landschaftsmalerei erreichte er mit seinen böhmischen Motiven, vor allem mit der "Überfahrt am Schreckenstein".
Mühle im Dürrkamnitzgrund
1823, Adrian Ludwig Richter
Ein bemerkenswertes Blatt radierte Ludwig Richter mit der Mühle im Dürrkamnitzgrund in der Böhmischen Schweiz. Es war aber gleichzeitig gewissermaßen ein Abschied von der Sandsteinwelt des Elbsandsteingebirges.
Karl Blechen (1798 - 1823)
Karl Blechen ist neben Caspar David Friedrich einer der bedeutendsten Maler der Romantik. Er kam 1823 auf seiner Studienreise nach Sachsen auch in die Sächsische Schweiz. Die Anregung erhielt er sicher von J. C. Dahl (ergilt als Blechens Lehrer) und C. D. Friedrich. Er benutzte den Malerweg. Es gibt eine Reihe großformatiger Zeichnungen, z. B. aus dem Liebethaler und Uttewalder Grund, von der Amselhöhle, die Ölstudie einer Fernsicht zum Lilienstein und Baumstudien, z. B. aus dem Dürrkamnitzgrund.
Johan Christian Clausen Dahl (1788 - 1857)
Johan C. Dahl kam 1818 nach Dresden, wurde außerordentlicher Professor und war eng mit Caspar David Friedrich befreundet. Er wohnte mit Friedrich im selben Haus. Sein Malstil war realistisch orientiert. Wir kennen Ölbilder vom Liebethaler Grund und von der Bastei. Weiterhin gibt es Darstellungen vom Prebischtor, den Rathener Felsen und immer wieder aus dem Liebthaler Grund.
Weitere wichtige Maler (Auswahl):
- Johann August Heinrich (1794 - 1822)
- Ernst Ferdinand Oehme (1797 - 1855)
- Carl Wilhelm Götzloff (1799 - 1866)