Kleinstrukuren und Verwitterungen

Im Elbsandsteingebirge trifft man häufig auf besondere Strukturen im Sandstein. Solche abstrakten „Bilder“ im Gestein sind Folge von Verwitterungsvorgängen (Erosion) und der unterschiedlichen Zusammensetzung verschiedener Sandsteinschichten. Anreicherungen von Mineralien im Gestein (z.B. Eisen) und auf der Oberfläche wachsende Moose und Flechten bringen auch noch reichlich Farbe ins Spiel, so dass sich, wie so oft bei Wanderungen im Elbsandsteingebirge, der Blick ins Detail als lohnenswert erweist.

Brauneisen

Die häufig zu beobachtenden dunklen „Bänder“ sind Schichten im Sandstein, die auf Brauneisenanreicherungen zurückzuführen sind. Dabei wurden Eisenoxide von Sickerwasser gelöst und führen zu Ablagerungen in verschiedenen Sandsteinschichten, wo sie sich verfestigen und so beständig gegen eine weitere Erosion sind. Über einen längeren Zeitraum enstehen dann die charakteristischen Brauneisenbänder bzw. -röhren, wie zum Beispiel im Schießgrund.

Sanduhren

Sanduhren entstehen, wenn sich zwei sehr nahe liegende Felsöffnungen durch Erosion vergrößern. Dabei kommt es zu einer Verbindung der hinteren Bereiche der Löcher, wo der Sandstein weicher ist. Im Vordergrund bleibt dann im festeren Sandstein eine Felssäule stehen, die wie eine Sanduhr aussieht.

Wabenverwitterungen

Die Wabenverwitterung im Sandstein ist keine seltene Erscheinung. Sie ensteht vor-wiegend durch chemische Einwirkungen und Kräfte und nicht, wie man früher annahm, durch Winderosion. An der Gesteinsoberfläche werden Salze ausgeschieden. Dabei bilden sich Kristalle, die den Sandstein sprengen und somit die Verwitterung beschleunigen. Gleichzeitig kommt es unter dem Einfluß von Kieselsäure zu einer Verfestigung des Felsens. Diese beiden entgegengesetzten, in enger Nachbarschaft ablaufenden Vorgänge führen zu der charakteristischen Wabenstruktur.

Schichtungen

An einigen Stellen der Felswände kann auch eine schiefe Schichtung beobachtet werden. Diese entstand als sich Sand aus fließendem Wasser in Schwemmkegeln absetzte. Daraus kann man schließen, dass die Ablagerung der Sande in einem Flachmeer stattfand und dass der Sedimenteintrag durch zufließende Gewässer erfolgte.

Strudeltöpfe

Die Strudeltöpfe, auch als Gletschertöpfe bezeichnet, sind größere Hohlformen welche in den Felsuntergrund durch fließendes Wasser enstanden sind. Die in wirbelnde Bewegung versetzten Mahlsteine aus einem härteren Gestein haben runde Kolke in den Fels gemahlen. Die großen, dafür benötigten Wassermengen waren in der Eiszeit, während der Abschmelzperioden vorhanden. Die schönsten dieser Strudeltöpfe finden wir in den Trockentälern wie dem Tümpelgrund, dem Zscherrgrund aber auch in der Gautsch- und der Richtergrotte.

Windkanter

Als Windkanter bezeichnet man Geschiebesteine die mit einer oder mehreren scharfen bzw. zugeschliffenen Kanten versehenen sind, welche durch pleistozänen Treibsand während der Weichseleiszeit geformt wurden. Auf den Feldern am Questenberg südlich von Doberzeit gelegen, treten beim Ackern nicht selten Windkanter auf. Dieser bekannte Fundort von Windkantern ist als Flächennaturdenkmal geschützt, vor allem ein Lesesteinhaufen am Waldrand.

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Datum: 2005-12-08 12:22