Ein sehr seltener Frühjahrsgeophyt aus dem Elbtal ist: Scilla vindobonensis, der Wiener Blaustern. Früher wurde die Art nicht von Scilla bifolia unterschieden und so ist sie für Deutschland erst seit der letzten Auflage des Rothmaler (2006) taxonomisch abgegrenzt worden und am purpurroten Blütenstengel gut zu erkennen.
In der Flora von Österreich (Fischer et al. 2005 ) wird Scilla vindobonensis mit der Verbreitung im Burgenland, bei Wien und in Niederösterreich, Ungarn, dem östlichen Deutschland, Tschechien, Slowakei, Kroatien und Albanien angegeben. Speta beschreibt Scilla vindobonensis als pannonische Art, die sich seit der letzten Eiszeit von Reliktstandorten der pontisch-pannonischen Florengebiete ausgehend verbreitet hat.
Die bei uns bereits im Ende Februar bis Anfang März blühende Art, gilt als Stromtalpflanze und wächst in Hartholz-Auwäldern oder deren Fragmenten aber auch auf Auwiesen und an Wald- und Gebüschrändern ausschließlich im Elbtal. In der Sächsischen Schweiz, wo es noch die meisten Vorkommen gibt, sind noch etwa 25 Fundpunkte vorhanden, deren Individuenreichstes noch 900 blühende Pflanzen zählt.
Scilla-Vorkommen im Gebiet des Nationalparkes Sächsische Schweiz.