Flechten und Moose



















Letharia vulparia



















































Mylia taylorii
im Uttewalder Grund
Flechtengesellschaft im Kirnitzschtal

Flechten

Flechten sind als Pflanzenarten für den Laien eine weitgehend unbekannte und uninteressante Pflanzengruppe. Vor gut einhundert Jahren entdeckte man, daß die Flechten selbst aus Pilzen und Algen bestehen, die eine sehr enge Beziehung zuein-ander haben. Dieses Zusammenleben (Symbiose) ist sehr empfindlich und anfällig für Störungen verschiedenster Art. Aus diesem Grunde reagieren Flechten äußerst empfindlich auf Luftverunreinigungen.

Da Flechten extrem an ihre Umgebung angepaßt sind, ist eine Kultur dieser Pflanzen äußerst schwierig. In der sächsischen Schweiz wurden bisher 367 Flechtenarten nachgewiesen und da der Erforschungsgrad nur mäßig ist, muß mit einer ganzen Reihe weiterer Arten gerechnet werden.

Neben der gelben Schwefelflechte (Chrysothrix chlorina), die besonders an
schattigen Felsen (Silikat) der Täler häufig vorkommt, gibt es hier noch eine Reihe anderer charakteristische Arten wie Racodium rupestre und Cystocoleus ebeneus. Eine typische Art sonniger Felsstandorte ist die boreale Flechte Parmelia incurva, die in Sachsen nur in der Sächsischen Schweiz und dem Zittauer Gebirge häufiger anzutreffen ist.

Die Wolfsflechte (Letharia vulpina) besitzt in Deutschland derzeit nur einen einzigen Fundort, der sich in der hinteren Sächsischen Schweiz befindet. Andere seltene Flechtenarten sind die endemische Sudetenart Pertusaria ocellata und ozeanische Flechte Lecanactis premnea.

Moosgesellschaft im Schindergraben

Moose

Die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz sind für die Moosflora von besonderer Bedeutung. Bedingt durch die Höhenstufeninversion finden wir in den feuchten und kühlen Schluchten arktisch-alpine Silikatmoose, die sonst erst in höheren Gebirgslagen vorkommen.

Schon der bekannte sächsische Kryptogamenforscher A. SCHADE untersuchte die kryptogamischen Pflanzengesellschaften an den Felswänden der Sächsischen Schweiz (1923).

Bemerkenswerte Vertreter sind das seltene Lebermoos Hygrobiella laxiflora (sonst nur von einem Feldberg im Schwarzwald bekannt), die montan-alpinen Arten Anastrophyllum michauxii, Dicranodontium asperulum, Mylia taylorii, Tetrodontium brownianum, sowie die atlantischen Moose, Campylopus fragilis, Hookeria lucens, Kurzia sylvatica sowie Leucobryum juniperiodeum und Porella pinnata.

An den wenigen Kalksandsteinfelsen sind seltene Kalkmoose wie Jungermannia atrovierens, Orthothecium intricatum, Eucladium verticillatum, Rhynchostegiella jaquinii, Rh. tenella und Neckeria crispa zu finden.
Insgesamt sind über 452 Moosarten in der Sächsischen Schweiz nachgewiesen worden.

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Datum: 2007-05-31 12:10