Gottes-Gnadenkraut an der Elbe bei Bad Schandau
Ein botanisch ganz spezifisches Gebiet der Sächsisch-Böhmischen Schweiz bildet das Elbtal. Im Abschnitt zwischen Decin und Hrensko ist der Cãnon bis zu 300 m tief.
Auf der sächsischen Seite öffnet sich das Elbtal und bildet eine breitere Aue, wo auf den alluvialen Wiesen vereinzelt Wiesen-Goldstern (Gagea pratensis) oder Wiener Blaustern (Scilla vindobonensis) vorkommen.
An die periodisch freigelegten Biotope der Sand-, Schlamm- und Schotter- An- schwemmungen des Flusses sowie der Elblachen ist eine ganze Reihe seltener Pflanzenarten gebunden, wie z. B. Schlammkraut (Limosella aquatica), Wurzelnde Simse (Scirpus radicans) und besonders Hirschsprung (Corrigiola litoralis) und das nur auf der sächsischen Seite festgestellte Liegende Büchsenkraut (Lindernia procumbens).
Die Existenz dieser Arten hängt von der Erhaltung der natürlichen Flußdynamik ab, so dass weitere Regulationen an der Elbe, z.B. der Bau von neuen Stau- stufen, eine große Gefahr bedeuten würde. Das Elbtal ist auch durch Vorkommen vieler wärmeliebender Arten bedeutsam, die in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz meistens nur im Elbtal vorkommen, z.B. Ungarische Witwenblume (Knautia drymeia), Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus) oder Gewöhnliches Bitterkraut (Picris hieracioides).