Gerade ausgeflogener Sperlingskauz im Wildensteiner Gebiet
Nach dem Sperlingskauz, der kleinsten europäischen Eule hätten wir vor fünfzig Jahren hier noch vergebens ihr Ausschau gehalten, denn erst 1961 wurde der Sperlingskauz in der Sächsischen Schweiz wiederentdeckt aber schon drei Jahre später gelang der erste Brutnachweis.
Anfangs war es schon etwas Besonderes einem Sperlingskauz in freier Natur zu begegnen. In den letzten 15 Jahren aber ist er zur zweithäufigsten Eule des Elbsandsteingebirges geworden und wir können ihm in allen geeigneten Wäldern begegnen.
Am regelmäßigsten siedelt der Sperlingskauz in der hinteren Sächsischen Schweiz und den angrenzenden böhmischen Gebietsteil sowie im südlichen linkselbischen Waldrevier.
Im März beginnt die Balz des Sperlingskauzes. In der Morgen- und Abenddämmerung, aber mitunter auch am Tage, sind seine gimpelähnlichen Pfiffe zu vernehmen, mit denen der Kauz die Grenzen seines Revieres markiert und ein Weibchen anzulocken versucht. Ist dann ein Weibchen im Revier, beschränken sich die Balzhandlungen bald nur noch auf die unmittelbare Umgebung des späteren Brutbaumes.
In vom Buntspecht geschaffenen Höhlen legt das Weibchen, im zweitägigen Abstand, ihre weißen, relativ großen Eier, aus denen nach knapp einem Monat die Jungkäuze schlüpfen. Kleinvögel und Mäuse bringt das Männchen seiner Partnerin, welche das Gelege allein bebrütet. Später füttert sie damit auch die Jungen. Federn, Gewölle, Kotballen, Eierschalen und andere Reste wirft das Weibchen aus der Höhle und man findet diesen Wust am Fuß des Brutbaumes.
Daran kann der Kenner eine Sperlingskauzbrut noch im Folgejahr feststellen.
Nach einem Monat verlassen die Jungen die Enge der Höhle, nachdem sie schon einige Tage vorher von deren Flugloch aus die Umgebung inspizierten.
Aus den benachbarten dichten Fichten ertönt dann ihr hohes Fiepen, mit dem sie um Nahrung betteln und welches die Familie zusammenhält. Etwa dreißig Tage führt das Männchen seine Jungen durch das Revier.
In der Sächsischen Schweiz leben derzeit wohl 20 – 30 Sperlingskauzpaare, doch ist seit einiger Zeit eine leichte Bestandabnahme bemerkbar.