Fischotter

Der Fischotter (Lutra lutra) ist eine der gefährdesten und damit auch
seltensten Tierarten in Mitteleuropa.

Das derzeitige Vorkommen des Fischotters im sächsischen Teil des
Elbsandsteingebirges konzentriert sich auf die rechtselbischen Gewässer Sebnitz, Kirnitzsch und Polenz. Infolge einer wesentlich verbesserten Gewässergüte wurde in letzter Zeit auch die Elbe wieder verstärkt vom Fischotter besiedelt.
Da die Anwesenheit des Fischotters auf Grund seiner heimlichen
Lebensweise in der Regel nur durch Spuren- und Kotnachweise (besonders im Winter) festgestellt werden kann, ist auf Grund von Beobachtungen davon auszugehen, dass die genannten Bäche vom Fischotter in den letzten Jahren regelmäßig besiedelt wurden. Die Ein- und Ausstiege der Tiere an den Bächen, ebenso die Verweilplätze des Otters befinden sich häufig in gedeckten Bereichen, im Wald, unter Felsüberhängen oder aber in Erlensäumen. Eine gewisse Vorliebe scheint für zusammengebrochene Weidengebüsche und Brücken zu bestehen, wo in der Regel immer Otterspuren zu finden sind.

Weiterhin ist festzustellen, daß alle kleineren Standgewässer und Teiche, die sich oft in den Oberläufen der kleinen Nebenbäche befinden, regelmäßig vom Otter aufgesucht bzw. kontrolliert
werden. Hier kommt es auch lokal zu Fischschäden für die Teichbesitzer.
Hauptnahrung sind dabei vorwiegend Fische wie Bachforelle und Groppe, aber auch Amphibien werden saisonal gefressen.

Eine Diplomarbeit von 1994, die sich mit einer Nahrungsanalyse des
Fischotters an der Kirnitzsch befaßte, hatte zum Ergebnis, daß hier etwa fünf Fischotter leben, so daß man bei einer vorsichtigen Schätzung von einem Gesamtbestand in der Sächsischen Schweiz von etwa 10-15 Fischottern ausgehen kann. Fischotter-Paarungen können das ganze Jahr über stattfinden. Die Tragzeit der Weibchen beträgt 58 bis 63 Tage, die Wurfgröße 1-4, die im Freiland nachgewiesene Lebensdauer bis zu 15 Jahren.

Die derzeitige Gefährdungen des Fischotterbestandes der Sächsischen Schweiz gehen im wesentlichen von dem enorm angestiegenen Verkehr aus, was mehrere Verkehrsopfer in den letzten Jahren belegen (etwa 25 % des gesamten Bestandes!). Dies betrifft vor allen Dingen die Bereiche der Kirnitzsch, Polenz und Lachsbach.

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Date: 2007-03-19 23:04