Kreuzotter

Braune Morphe einer Kreuzotter

Die Kreuzotter (Vipera berus), als einzige Giftschlange der Sächsischen Schweiz, ist die Schlange mit der nördlichsten Verbreitung und gilt in Mitteleuropa als ein nordisches (boreales) Faunenelement und Eiszeitrelikt.

Die Kreuzotter wird heute - obwohl sie nur noch selten direkt verfolgt und getötet wird - durch anhaltende Lebensraumzerstörung eine immer seltenere Erscheinung. So stellt zum Beispiel die Aufforstung von Waldlichtungen, das Verschwinden von immer mehr Schonungen sowie die Zerstörung von Waldrändern eine Hauptgefährdung für die Kreuzotter dar. Die Weibchen werden bei uns bis zu 80 cm lang, die Männchen sind etwas kleiner. In ihrer Färbung und Zeichnung variieren Kreuzottern sehr stark, wir finden in der Sächsischen Schweiz viele verschiedene Färbungen, von ganz schwarz über braun bis hellgrau. Häufig aber sind die Männchen grau mit schwarzen Zickzackband und die Weibchen braun mit dunkelbrauner Zeichnung. Es gibt auch völlig einfarbige Tiere, wo das charakteristische Zickzackband fehlt.

Die Kreuzotter bewohnt in der Sächsischen Schweiz ein breites Spektrum von trockenen und feuchten meist offenen Lebensräumen in der hinteren und linkselbischen Sächsischen Schweiz. In der vorderen Sächsischen Schweiz und im Elbtal fehlt sie weitestgehend. Sie ist eng an Nadelwaldungen mit offenen Kleinhabitaten wie Schneisen, Waldwiesen, Lichtungen und Mooren gebunden. Wichtig ist, daß neben einem geeigneten Jagdrevier, einer Überwinterungsmöglichkeit in nicht allzu großer Entfernung und Eiablageplätzen, auch genügend Sonnenplätze und Tagesverstecke (Hohlräume unter Steinen, Laubhaufen und Baumstubben) vorhanden sind. Erwachsene Kreuzottern ernähren sich vor allem von Eidechsen, Fröschen und Kleinsäugern (Mäusen).

Der Nahrungsbedarf eines einzelnen Tieres ist gering, so frißt eine adulte Kreuzotter im Laufe eines Jahres nur etwa 10 bis 15 Mäuse. Die Paarungen der Kreuzottern finden meist an warmen Tagen von Ende April bis Ende Mai statt, wobei ein intensives Frühjahrs-Sonnenbad bei den Männchen Vorraussetzung für die Samenentwicklung ist. Die durchschnittliche Trächtigkeit schwankt bei uns je nach Witterungsverlauf des Sommers zwischen 2,5 bis 4 Monaten. Im späten Sommer legt das Weibchen dann 10 bis 20 „Eier“ ab, in denen die fertigen Jungtiere in einer schleimigen durchsichtigen Hülle enthalten sind.

Nur wenige Sekunden nach dem Geburtsvorgang durchstoßen die Jungtiere die Eihüllen und schon nach einigen Stunden erfolgt eine erste Häutung. Die durchschnittliche Anzahl der Jungtiere pro Wurf liegt bei uns zwischen sieben und zehn Kreuzottern. Die Weibchen nehmen in der Regel nur alle zwei Jahren an der Fortpflanzung teil. Gefahr und Störungen entziehen sich Kreuzottern in der Regel durch Flucht, ist dies nicht mehr möglich nimmt das Tier eine Drohhaltung ein, wobei die vordere Körperhälfte s-förmig zurückgebogen wird, um möglichst schnell zuzustoßen. Dabei werden deutlich hörbare Zischlaute abgegeben.

Kommt es wirklich zum Biß einer Kreuzotter, so wird dieser meist schmerzhaft empfunden (etwa wie ein Wespenstich) und stellt eine ernste Verletzung dar. Jedoch wurde bei Untersuchungen zu Unfällen durch Kreuzotterbisse, die sich in Sachsen zwischen 1955 – 1975 ereignet haben, kein einziger Todesfall festgestellt.


Das Alter von Kreuzottern wird auf 15 Jahre und mehr geschätzt, gesicherte Angaben liegen aber bis zu 12 Jahren vor.

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Date: 2007-03-19 22:31