Lurche und Kriechtiere

Obwohl die Gruppe der Lurche und Kriechtiere (Herpetofauna) in der sächsischen Schweiz im Vergleich zu angrenzenden Landschaften, wie der Oberlausitz, verhältnismäßig ungünstige Lebensbedingungen vorfindet, sind hier eine Reihe von seltenen Arten heimisch.

Wie fast überall in Europa gehören die Lurche und Kriechtiere bei uns zu den stark gefährdeten Tiergruppen. Sehr viele Maßnahmen des Menschen angefangen von der Trockenlegung von Feuchtgebieten über intensive Landnutzung und Aufforstung von Waldlichtungen bis hin zur Gewässerbegradigung und Uferbebauung beeinflussen und zerstören wichtige Biotope. Sehr schnell gehen so sehr viele Lebensräume verloren.

Amphibien

Eine noch regelmäßig anzutreffende Art: der Grasfrosch

Es wurden von den 18 Lurcharten der östlichen Bundesländer bisher 11 Arten in der Sächsischen Schweiz nachgewiesen. Als häufig und mehr oder wenig über das ganze Gebiet verbreitet, kann man nur die Erdkröte (Bufo bufo) und den Grasfrosch (Rana temporaria) bezeichnen.

Infolge von Gewässerverunreinigung und dem damit verbundenen Artenrückgang trifft diese Festellung allerdings nur noch bedingt für den Feuersalamander (Salamandra salamandra) und den Bergmolch (Triturus alpestris) zu, obwohl beide Arten in der Sächsischen Schweiz einen deutlichen Verbreitungsschwerpunkt besitzen und zu den hier charakteristischen Lurchen gehören.

Seltener, aber noch durch eine gewisse regelmäßige Verbreitung gekennzeichnet, sind Teichmolch (Triturus vulgaris) und Springfrosch (Rana dalmatina). Letzterer ist, wie durch neuere Erhebungen festgestellt werden konnte, bei weitem nicht so selten wie früher angenommen. Die Vorkommen von Wasserfrosch (Rana esculenta) und Seefrosch (Rana ridibunda) beschränken sich im wesentlichen noch auf einige, kleinere Populationen an der Elbe.

Von der Wechselkröte (Bufo viridis) sind in den letzten Jahren vier Vorkommen aus dem Gebiet der rechtselbischen Sächsischen Schweiz bekannt geworden. Dagegen gibt es von Kammmolch (Triturus cristatus) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) in neuerer Zeit nur je eine Lokalität mit regelmäßigem Vorkommen. Vom Laubfrosch (Hyla arborea) liegen schon seit Jahrzehnten keine aktuellen Nachweise mehr vor.

Reptilien

Die wärmeliebende Zauneidechse im Elbtal

Regelmäßige Vorkommen mit einer noch weiten Verbreitung im Gebiet besitzen Ringelnatter (Natrix natrix) und Kreuzotter (Viperus berus), wobei Letztere Waldhabitate deutlich bevorzugt. Eine Häufung ihrer Nachweise findet sich östlich des Großen Winterberges, wo auch Beobachtungen von gleichzeitig 16 Tieren festgestellt wurden.

Sehr selten und somit in ihrem Bestand gefährdet ist die Glatt- oder Haselnatter (Coronella austriaca). In den letzten Jahren gelangen in der Sächsischen Schweiz jedoch wieder mehrere Nachweise dieser Art im Elbtal und einigen Nebentälern.

Von Kriechtieren sind bisher 6 Arten im Gebiet nachgewiesen. Gemein und gleichmäßig über das Gebiet verbreitet sind die beiden Charakterarten des Waldes, die Blindschleiche (Anguis fragilis) und die Waldeidechse (Lacerta vivipara). Auffällig ist, daß die Waldeidechse das warme Elbtal meidet und hier von der Zauneidechse (Lacerta agilis) ersetzt wird. Letztere ist deutlich seltener in der Sächsischen Schweiz anzutreffen und besiedelt auch Habitate im inneren von größeren Waldgebieten, z.B. an den wärmeren Oberhängen der Kirnitzschklamm.

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Datum: 2007-05-31 13:10