Nationalpark - Was ist das?
Nationalparke sind Schutzgebiete, in denen sich die Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten kann (Prozessschutz).
Sie sollen großflächige Gebiete mit besonders wertvoller Naturausstattung umfassen, die durch den Menschen wenig beeinflußt und nicht mehr Ziel einer wirtschaftlichen Nutzung sind.
Nationalparke erfüllen aber auch Aufgaben bei der wissenschaftlichen Beobachtung natürlicher und naturnaher Lebensgemeinschaften. Sie sollen, soweit es der Schutzzweck erlaubt, der Bevölkerung zu Bildungszwecken zugänglich gemacht werden. Eine wirtschaftsbestimmte Nutzung der Naturgüter ist ausgeschlossen.
Die ursprüngliche Nationalparkidee entstand im 19. Jahrhundert in den USA und hat sich seitdem rund um den Erdball ausgebreitet.
Wildnis in Mitteleuropa?
Unter mitteleuropäischen Bedingungen existieren schon lange keine großräumigen Naturlandschaften mehr, die nicht der Nutzung unterlagen oder von dieser beeinflusst wurden.
Wilder Wald im Nationalpark Sächsische Schweiz
2004, Frank Richter
Dennoch gibt es Landschaften, die eine so außergewöhnliche Naturausstattung und biologische Vielfalt, aber auch Eigenart und Schönheit aufweisen, dass sie es verdienen, als Nationalparke geschützt und hierzu entwickelt zu werden.
Ein Nationalpark in Sachsen? Können wir uns das leisten?
Was für Mitteleuropa gilt, gilt erst recht für den Freistaat Sachsen, dessen Natur bereits seit dem späten Mittelalter durch Bergbau, Landwirtschaft und Industriealisierung stark und fast flächendeckend verändert wurde. Und dennoch gibt es hier noch ein Fleckchen Erde, das es wert ist, Nationalpark zu sein!


Am Großen Zschand
2004, Frank Richter
Nationalpark Sächsische Schweiz
- einziger Nationalpark in Sachsen
- einziger Felsen-Nationalpark in Deutschland
"Ein Land darf sich erst dann wirklich als kultiviert oder zivilisiert bezeichnen, wenn es seiner Wildnis genug Bedeutung schenkt."
(Aldo Leopold - Forstmann und Pionier des ökologischen Denkens)
Er umfasst zwei räumlich getrennte, charakteristische Ausschnitte des sächsischen Elbsandsteingebirges mit einer Fläche von 93,5 km2, das entspricht 0,5% der sächsischen Landesfläche, die so für kommende Generationen bewahrt werden sollen.
Ein halbes Prozent unseres Lebensraumes, in dem die Natur, und nicht der Mensch das Sagen hat. Zum Vergleich: über die Hälfte unseres Landes sind Wiesen und Äcker, 12% der Flächen beanspruchen wir für Siedlungen und Verkehr, davon allein ein Drittel für den Straßenverkehr, mit steigender Tendenz.
Können wir es uns nun leisten, künftig völlig auf Nutzungen im Nationalpark zu verzichten? Einfach nur zuzuschauen, staunend zu entdecken?
Wir laden Sie ein, den Nationalpark zu besuchen und sich Ihre eigene Meinung dazu zu bilden! Die Mitarbeiter unserer Nationalparkwacht stehen Ihnen gern helfend zur Seite.
Schutzgebiete im Elbsandsteingebirge
Nationalpark
Unser Nationalpark ist in drei Schutzzonen gegliedert
- die Naturzone A
- die Naturzone B
- die Pflegezone
Zur Regelung der Erholung ist unabhängig davon eine Kernzone ausgewiesen, die durch Schilder gekennzeichnet ist.
Landschaftschutzgebiets-Gürtel
Gemeinsam mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz bildet der Nationalpark die Nationalparkregion Sächsische Schweiz.
Eine sächsische Besonderheit, die eine Aufwertung der gesamten Sächsischen Schweiz darstellt.
Die Schutzgebiete bei unseren böhmischen Nachbarn
Auf der tschechischen Seite grenzen seit 1972 das
Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteingebirge (CHKO Labské pískovce) und seit 2000 der
Nationalpark Böhmische Schweiz (Národní park ?eské Švýcarsko) an, so dass der Schutz der Natur auch grenzübergreifend gewährleistet ist.
Grüsse von Cath!