Nationalpark als Entwicklungsgebiet

Waldtypen des Nationalparkgebietes

Die natürlichen Waldtypen des Nationalparks / Grafik: Archiv Nationalparkverwaltung, F. Richter

Eine Eigenentwicklung der Natur setzt eine bestimmte Naturnähe voraus, wenn es nicht – aus menschlicher Sicht – zu plötzlichen und dramatischen Veränderungen in Natur und Landschaft kommen soll, beispielsweise die Massenvermehrung des Borkenkäfers und das großflächige Zusammenbrechen von Fichtenforsten.

Im Elbsandsteingebirge konzentrieren sich naturnahe Bereiche auf nutzungsmäßig schwer zugängliche Felsriffe und -plateaus, Gründe und Schluchten im Sandstein sowie Kuppen und Hanglagen im Basalt und Granit. In diesen teils seit langem als Naturschutzgebiet recht abgeschirmten Bereichen, sind zahlreiche naturnahe Waldgesellschaften, Felsbiotope und Fließgewässer erhalten geblieben. Auf etwa der Hälfte aller Flächen werden in den nächsten Jahren noch Maßnahmen zur Einleitung einer natürlichen Entwicklung erforderlich. Dies betrifft z. B. die Förderung heimischer Baumarten (Weißtanne, Eiche, Buche) in den großflächigen Fichtenforsten der Ebenheiten oder die teilweise Renaturierung von Fließgewässern. Innerhalb von ungefähr 40 Jahren sollen auch lenkende Maßnahmen auf der weit überwiegenden Fläche minimiert und eingestellt werden. Bei Schalenwildarten (z.B. Rehwild, Rotwild, Schwarzwild) wird, aufgrund der noch fehlenden natürlichen Feinde und veränderter Lebensgewohnheiten im Interesse einer natürlichen Waldentwicklung, wohl auf Dauer eine Regulierung erforderlich bleiben. Aber wer vermag dies heute schon vorauszusagen – angesichts der Dauer eines natürlichen Zyklus der Waldentwicklung von mehreren hundert Jahren?

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