Porträt

Nationalparks sind weltweit Gebiete besonderer Naturschönheit und damit auch Anziehungskraft. In unseren mitteleuropäischen Kulturlandschaften geht es bei dieser Schutzkategorie vor allem darum, sich auf mindestens 75 % der Fläche von Landnutzung zu lösen. Unsere Wälder sollen sich hier von selbst in Naturwälder zurückverwandeln. Denn die Natur schrumpft infolge unseres menschlichen Tuns an vielen Stellen, parallel wächst aber auch das Verlangen nach intakten, schönen Landschaften und “unberührten” Gegenden.

Ein Nationalpark in Sachsen? Können wir uns das leisten?

Natur Natur sein lassen!

Natur Natur sein lassen! „Totholz und Gestrüpp“ bieten einer Vielzahl   von Pflanzen- und Tierarten wertvollen Lebensraum, provozieren aber zugleich gewachsene Vorstellungen von einem „sauberen und gepflegten“ Wald. / Foto: Archiv Nationalparkverwaltung

Was für Mitteleuropa gilt, gilt erst recht für den Freistaat Sachsen, dessen Natur bereits seit dem späten Mittelalter durch Bergbau, Landwirtschaft und Industrialisierung stark und fast flächendeckend verändert wurde. Und dennoch gibt es hier ein Fleckchen Erde, das es wert ist, Nationalpark zu sein!

Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist der einzige Nationalpark in Sachsen und der einzige Felsen-Nationalpark in Deutschland.

Er umfasst zwei räumlich getrennte, charakteristische Ausschnitte des sächsischen Elbsandsteingebirges mit einer Fläche von 93,5 km2, das entspricht 0,5% der sächsischen Landesfläche, die so für kommende Generationen bewahrt werden sollen. Ein halbes Prozent unseres Lebensraumes, in dem die Natur und nicht der Mensch das Sagen hat.

Naturnahe Waldentwicklung mit verschiedenen Altersklassen auf kleinster Fläche

Naturnahe Waldentwicklung mit verschiedenen Altersklassen auf kleinster Fläche / Foto: Archiv Nationalparkverwaltung

Zum Vergleich: über die Hälfte unseres Landes sind Wiesen und Äcker, 12% der Flächen beanspruchen wir für Siedlungen und Verkehr, davon allein ein Drittel für den Straßenverkehr, mit steigender Tendenz. Können wir es uns nun leisten, künftig völlig auf Nutzungen im Nationalpark zu verzichten? Einfach nur zuzuschauen, staunend zu entdecken? Wir laden Sie ein, den Nationalpark zu besuchen und sich Ihre eigene Meinung dazu zu bilden! Die Mitarbeiter unserer Nationalparkwacht stehen Ihnen gern helfend zur Seite.

Schutzgebiete im Elbsandsteingebirge

Nationalpark

Unser Nationalpark ist in drei Schutzzonen gegliedert:

– die Naturzone A
– die Naturzone B
– die Pflegezone

Zur Regelung der Erholung ist unabhängig davon eine Kernzone ausgewiesen, die durch Schilder gekennzeichnet ist.

 

Zonierungskarte des Nationalparks

Übersichtskarte Zonierung des Nationalparks, Stand: Rechtsverordnung 2003 / Grafik: Archiv Nationalparkverwaltung

 

Landschaftschutzgebiets-Gürtel

Gemeinsam mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz bildet der Nationalpark die Nationalparkregion Sächsische Schweiz. Eine sächsische Besonderheit, die eine Aufwertung der gesamten Sächsischen Schweiz darstellt.

Die Schutzgebiete bei unseren böhmischen Nachbarn

Auf der tschechischen Seite grenzen seit 1972 das Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteingebirge (CHKO Labské pískovce) und seit 2000 der Nationalpark Böhmische Schweiz (Národní park České Švýcarsko) an, so dass der Schutz der Natur auch grenzübergreifend gewährleistet ist.