Was bewegt die Nationalparkbesucher?

Was bewegt die Nationalparkbesucher?

Foto: Archiv Nationalparkverwaltung, Hanspeter Mayr Im Nationalparkzentrum übergibt Dr. Tobias Liebert (M.) von der Leipziger Agentur Analyse und Transfer den Abschlussbericht der Besucherbefragung. Dr. Dietrich Butter (r.), der Leiter der Nationalparkverwaltung nimmt sie als wichtige Grundlage für das weitere naturverträgliche Management auf der Fläche entgegen. Andreas Knaak (l.) hat in der Nationalparkverwaltung die Besucherbefragung konzipiert.

Foto: Archiv Nationalparkverwaltung, Hanspeter Mayr
Im Nationalparkzentrum übergibt Dr. Tobias Liebert (M.) von der Leipziger Agentur Analyse und Transfer den Abschlussbericht der Besucherbefragung. Dr. Dietrich Butter (r.), der Leiter der Nationalparkverwaltung nimmt sie als wichtige Grundlage für das weitere naturverträgliche Management auf der Fläche entgegen. Andreas Knaak (l.) hat in der Nationalparkverwaltung die Besucherbefragung konzipiert.

08.11.2017: Heute stellte das Leipziger Büro Analyse & Transfer im Nationalparkzentrum in Bad Schandau die Ergebnisse einer Besucherbefragung im Nationalpark vor. Welche Wertschätzung genießt der Nationalpark oder die Nationalparkverwaltung bei den Besuchern, was kritisieren die Gäste und was schätzen sie.

Im Frühjahr und Sommer diesen Jahres stellten Mitarbeiter der Firma 367 Besuchern jeweils 24 Fragen zu Ihrer Herkunft, Haupterholungsart und Motivation, wie sie sich informieren, was sie vom Nationalpark und der Nationalparkverwaltung halten oder ob sie bereit wären, zur Verkehrsentlastung beizutragen.

Teilweise lassen die Daten Vergleiche mit Vorgängerstudien zu. Damit sind interessante Entwicklungen erkennbar.

Die Sächsische Schweiz ist zweifellos beliebt bei Besuchern aus nah und fern, doch hängt das auch mit dem Schutzstatus als Nationalpark zusammen?

Die fünf wichtigsten Ergebnisse:

  1. Für 53 % der Gäste spielte der Nationalpark bei der Entscheidung zum Besuch der Sächsischen Schweiz eine wichtige oder gar entscheidende Rolle.
  2. Die naturverträgliche Nutzung des Nationalparks steht im Vordergrund: Natur erleben (76 %), Aussichtspunkte genießen (71 %), Ruhe und Entspannung finden (67 %); 11 % sind Kletterer und 6 % kommen zum Boofen.
  3. Jeweils 8 % der Befragten empfinden das Wegegebot in der Kernzone oder die Regeln beim Boofen als übertrieben. Knapp 90 % halten diese Verhaltensregeln für gerechtfertigt.
  4. Vier Fünftel der Gäste reisen mit dem Auto an. Der ÖPNV wird zwar besser bewertet als früher, doch nutzen ihn nur rund ein Fünftel der Befragten.
  5. Analog liegt immer noch vor digital: 86 % der Besucher orientieren sich mit Wegweisern und Informationstafeln, 76 % mit Wanderkarten und –führern. Nur 23 % verlassen sich bisher auf ihr Smartphone oder ein GPS-Gerät. 83 % waren zufrieden mit der Beschilderung im Nationalpark. Nationalparkzentrum (28 %) und Nationalparkinformationsstellen (19 %) nehmen Gäste teilweise deutlich seltener als Informationsquelle an als die einheimische Bevölkerung.

Der Bericht ist vollständig auf der Homepage der Nationalparkverwaltung nachzulesen: http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/wp-content/uploads/2014/01/Besucherbefragung-2017.pdf

Dr. Dietrich Butter schätzt als Leiter der Verwaltung ein: „Die Ergebnisse dieser Studie geben uns erstmalig ein so differenziertes Bild unserer Besucher. Ihre Meinung ist für uns Bestätigung für unser Bestreben für einen Ausgleich zwischen Naturschutz im Nationalpark einerseits und Ermöglichen des Naturerlebnisses andererseits. Außerdem ist sie für uns Grundlage für die gezielte Weiterentwicklung der Besucherinformation und -betreuung.“