Musik und Literatur

O. Zwintscher: Melodie (Ausschnitt)


Im Hintergrund die Schrammsteine
 

Pythagoras: "Felsen sind zu Stein gewordene Musik"

Treffender als mit diesem zweieinhalb Tausend Jahre alten Zitat lässt sich die Welt des Elbsandstein nicht beschreiben. Es geht um

  • Form und Gestalt
  • Festes und Zerbrechliches
  • Geheimnisvolles und Offenbares.

Wenn auch die Bildenden Künste sich als erste der Elbsandsteinlandschaft zugewendet haben, so folgen doch bald die Musik und auch die Dichtkunst.

Schriftsteller und Dichter haben sich immer wieder vom Elbsandsteingebirge anregen lassen. Manchmal sind es schmale Arbeiten, die, weit verstreut, oft kaum wahrgenommen werden. Manches ist längst in Vergessenheit geraten. Dass beim Nachforschen kleine Kostbarkeiten ans Licht kommen, versteht sich von selbst. Der poetischste Text, den wir von der Sächsischen Schweiz kennen, stammt vom Märchendichter Hans Christian Andersen.

Mit der Musik betreten wir ein Feld, das weit schwieriger zu fassen ist, denn hier verlassen wir die Ebene des Konkreten. Wer die Stimmung der Elbsandstein landschaft fühlt, wird angerührt sein, wenn das Hornsignal der Ouvertüre zum Freischütz von Carl Maria von Weber (1786-1826) aufsteigt. Weber hat, wie kein anderer, das "romantische Gebirge" in Töne gesetzt.
Robert Schumann (1810-1856) drückt das Verschmelzen der Künste so aus:
„dem Maler wird das Gedicht zum Bild, der Musiker setzt die Gemälde in Töne um“.

Louis Spohr (1784- 1894) schreibt, daß der letzte Satz seiner Sonate op.96 „lustige Wanderungen durch das Steingebirge schildert, die mit Freude an dem schönen Erlebnis verbunden sind.“

Viel später schreibt Schostakowitsch (1906-1975) in Gohrisch sein 8. Streich- quartett. Die Elbsandsteinlandschaft wird dabei kaum eine Rolle gespielt haben, es sei denn eine beruhigende. Denn der Komponist weilte mit der Diagnose einer unheilbaren Erkrankung zur Kur in der Sächsischen Schweiz.

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Datum: 2007-05-21 07:29