Artenschutz

Der Schutz vieler Arten und das Verhindern ihres Aussterbens kann nur durch die konsequente Erhaltung ihrer Lebensräume gewährleistet werden. Zum Lebensraum eines Tieres gehören immer sowohl der Nahrungs- als auch der Reproduktionsraum (beim Menschen ist das übrigens nicht anders).

Eine Besonderheit des Artenschutzes ist, dass neben Trittschädigungen der Vegetation und der damit verbundenen Beschädigung einzelner Pflanzen, vor allem bei der Tierwelt ein Wirkungskomplex bedeutsam ist, der mit dem Begriff der “Beunruhigung bzw. Stresssituation” umschrieben werden kann.

Viele mitteleuropäische Tierarten haben sich uns Menschen als ihren Feind derart verinnerlicht, dass beim Erscheinen eines Menschen sofort mit panischer Flucht und den damit verbundenen Folgen wie Energieverlust, Verlassen der Brut usw. reagiert wird. Wer z.B. schon einmal selbst beobachten konnte, wie die panisch-existentielle Angst eines brütenden Uhuweibchens mit dem ihr innewohnenden starken Bruttrieb kämpft, wie das Tier dann vor Angst vollkommen in sich zusammenfällt und abfliegen möchte, der vergisst diese bedrückende Situation sicher nicht mehr.

Der ahnungslose Wanderer, der in 100 m Entfernung am “falschen” Ort erschien, merkte davon überhaupt nichts. Ist der Abstand noch geringer, fliegt das Weibchen ab und erscheint erst in der Dunkelheit wieder am Horst; die Jungen sind dann (im Mai) meist schon nach drei oder vier Stunden erfroren und werden von ihr gefressen, da sie - bei Ausbleiben der arttypischen Laute - nur als Beute lokalisiert werden können. Die Brut ist dahin und der Horst wieder mal für ein Jahr verwaist.

Das Ruhebedürfnis vieler einheimischer Tierarten ist groß. Wenn wir diese Arten ehrlich und bewusst in unserer Landschaft erhalten wollen, müssen wir entsprechende Bereiche schaffen, in denen die notwendige Ruhe vorhanden ist. Wir nennen sie Rückzugsgebiete, obwohl das Wort eigentlich nicht schön ist. Besser wäre es natürlich, wenn die Tiere vertrauter wären, so wie in anderen Regionen der Erde, in denen der jahrhundertlange Jagd- und Verfolgungsdruck durch den Menschen fehlte.

Doch die Evolution braucht Zeit, viel Zeit, wie auch die Entwicklung in einem Nationalpark Zeit braucht und die Natur erst, der wir hier für ihr eigenes Wirken Raum und Zeit geben und geben müssen.

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Datum: 2007-03-19 23:45