Förster im Nationalpark

Sprechzeit unserer Nationalpark-Forstrevierleiter:



jeden Donnerstag
16.00 - 18.00 Uhr



in ihrer Nationalpark-
Dienststelle. Hier bieten sich u.a. Möglichkeiten für

  • Beratungen
  • Wildverkauf
  • Brennholzverkauf (Selbstwerbung)
  • u.v.a.m.
Kontakte

Tun und Lassen - Förster im Nationalpark

Mit Gründung des Staatsbetriebes Sachsenforst und Bildung der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz übernahm die Forstverwaltung gleichzeitig die Verantwortung für den Nationalpark. Das ist eigentlich ein nahe liegender Gedanke bei 93% Waldanteil an der Nationalparkfläche. In drei Fachabteilungen werden Aufgaben jeweils fachübergreifend zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft wahrgenommen und in allen Abteilungen arbeiten neben Mitarbeitern verschiedenster anderer Berufsgruppen auch Förster.

motormanuelle Waldpflege im Nationalpark

Doch ist das nicht ein Widerspruch, „Nationalpark“ und „Forstwirtschaft“? Im Nationalpark sollen keine menschlichen Eingriffe erfolgen, die Natur sich frei in natürlichen Prozessen entwickeln. Warum also trotzdem „Waldpflege“?

„Natur Natur sein lassen“ lautet das Ziel der Nationalparke weltweit. Eine vom Menschen unbeeinflusste Naturentwicklung setzt jedoch eine gewisse Naturnähe des Waldes voraus, die derzeit auf 60 % der Flächen im Nationalpark noch nicht gegeben ist.

Die Spuren menschlicher Waldnutzung sind in diesem „Pflegebereich“ („Naturzone B“ und „Pflegezone“) besonders deutlich und reichen teilweise mehrere Jahrhunderte zurück.

Holzrückung durch Unternehmer mit Pferd

Um das Nationalparkziel, den naturnahen Wald mit seiner unbeeinflussten Dynamik zu erreichen, muss noch ein langer Weg zurückgelegt werden. Wie lange, kann heute niemand beantworten. Was wir aber bereits wissen ist, dass unsere Förster ihn noch ca. 30 Jahre aktiv begleiten werden…

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Spricht man vom „Förster“, denkt mancher zunächst vielleicht an grünbemäntelte Herren mit Filzhut, Dackel und Flinte, die zu Fuß in ihrem Revier nach dem rechten schauen. Doch das Berufsbild unterliegt einem rasanten Wandel und ist keineswegs antiquiert.

Moderne Förster sind praktisch orientierte Ingenieure mit einem breit gefächerten Wissen rund um den Wald, seine Bewirtschaftung und seinen Schutz. Sie sind echte Generalisten. Ein forstliches Fachhochschulstudium mit anschließender Staatsprüfung und langjährige praktische Erfahrung befähigen unsere Förster, die Verantwortung für den Wald in „ihrem“ Nationalpark-Forstrevier zu übernehmen.

Die Aufgaben und Einsatzfelder eines Nationalparkrevierleiters sind vielfältig. In den fünf Nationalpark-Forstrevieren umfassen sie unter anderem folgende Tätigkeiten:

  • Vorbereitung und Organisation der Waldpflege vor Ort:
    - Planung der Waldpflege- und ggf. Verkehrssicherungsarbeiten
    - Vorbereitung der Bestände für die Pflege
    - „Auszeichnen“ (Markieren von zu fällenden Bäumen)
    - Einweisen von Forstunternehmern (z.B. zur Holzrückung)
    - Kontrolle der Ausführung
  • Bestandesbegründung
    - Pflanzung von Weißtanne als einer in Sachsen bedrohten Art
  • Waldschutz
    - Borkenkäferüberwachung
  • Waldarbeiterbetreuung:
    - Anleitung der Waldarbeiter, Erstellung von Arbeitsaufträgen
    - Überwachung der Arbeiten und Arbeitsschutzbestimmungen
  • Wegebau
    - Mitwirkung bei der Instandhaltung des Wegenetzes
  • Brennholzverkauf
  • Beratung und Betreuung von Waldbesitzern:
    Jeder Privatwaldbesitzer hat das Recht, sich von der Nationalparkverwaltung beraten, betreuen und fördern zu lassen. Die Beratung bzw. Betreuung übernimmt der Betreuungswald-Revierleiter. Er ist der Ansprechpartner für die Waldbesitzer in allen Fagen des Waldes und seiner Bewirtschaftung.
  • Hoheitlicher Bereich:
    - Förster wachen über die Einhaltung des Sächsischen Waldgesetzes („Forstschutz“) und anderer rechtlicher Vorschriften - sie nehmen im Zuständigkeitsbereich der Nationalparkverwaltung Polizeifunktionen wahr
  • Wildtiermanagement:
    Revierförster sorgen für einen Schalenwildbestand, der eine natürliche Verjüngung der von Natur aus vorkommenden Baumarten zulässt. Sie üben dazu die Jagd aus und koordinieren den Jagdbetrieb in ihren Revieren.
  • Waldpädagogik/Umweltbildung und Waldführungen:
    Förster übernehmen Waldführungen für Waldbesucher, Urlauber, Schulklassen und andere Naturinteressierte und leiten Fachexkursionen zu Fragen von Naturschutz und Waldpflege im Nationalpark.
  • Praktische Naturschutzaufgaben:
    - Einsatz Nationalparkwacht
    - Renaturierung
    - praktische Arten- und Biotopschutzmaßnahmen

Was wird aber in 30 Jahren, wenn die Natur auf > 75% der Nationalparkflächen das alleinige Sagen haben wird? Werden die Förster dann arbeitslos im Nationalpark?

Sicher nicht, denn auch dann wird die Kompetenz der Förster im Nationalpark noch gefragt sein - allerdings mit anderen Aufgabenschwerpunkten als heute. Bereits in wenigen Jahren werden Wald- und Wildnispädagogik, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und andere Aufgaben an Bedeutung zunehmen.

Mehr als die Hälfte des leitenden Personals der Nationalparkverwaltung sind ebenfalls Förster, auch wenn man es Ihnen nicht auf den ersten Blick ansieht. Diese Mitarbeiter haben ein forstwissenschaftliches Hochschulstudium und anschließendes Referendariat mit Großer forstlicher Staatsprüfung absolviert und sind fachübergreifend in allen drei Abteilungen tätig. Sie möchten mehr zu Ihren Aufgaben wissen? Hier erfahren Sie Genaueres.

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